Maurice Couette

Maurice Marie Alfred Couette (* 9. Januar 1858 in Tours; † 18. August 1943 in Angers) war ein französischer Physiker, bekannt für seine Arbeiten zur Rheologie.
Couette war der Sohn eines Kleiderhändlers in Tours. Er studierte in Tours und Angers und erhielt 1877 und 1879 Bachelor-Abschlüsse in Physik und Mathematik (ausgegeben von der Faculté de Science in Poitiers). Nach einjährigem Militärdienst und kurzer Zeit als Lehrer ging er 1881 nach Paris, wo er an der Sorbonne Mathematik und Physik studierte, mit dem Ziel, Lehrer zu werden (Aggregation). Danach arbeitete er als Physiklehrer in Arcueil und Paris (Ecole Sainte-Geneviève). An der Sorbonne studierte er bei dem Theoretiker Joseph Boussinesq (bekannt für Arbeiten in der Kontinuumsmechanik) und war ab 1887 im Physik-Labor des Experimentalphysikers und späteren Nobelpreisträgers Gabriel Lippmann , bei dem er 1890 über Reibung in Flüssigkeiten promovierte (Etude sur le frottement des liquides, Gauthiers-Villars 1890). Er wurde dann Professor an der Katholischen Universität in Angers (heute Université Catholique de l´Ouest). Da die Professur aber schlecht bezahlt wurde, musste er nebenbei an Schulen als Examinator und Lehrer arbeiten, wie schon während seines Studiums. 1933 emeritierte er.
Er baute ein zylindrisches Viskosimeter für Flüssigkeiten und bestimmte die Viskosität von Wasser und Luft mit bemerkenswerter Genauigkeit. Die sich zwischen gegensätzlich rotierenden Zylinderscheiben ausbildende Strömungsform wird Couette-Strömung (oder Taylor-Couette-Strömung) genannt. Beide Entwicklungen stammten noch aus seiner Dissertation. Er untersuchte aber nicht nur die Stabilität von Flüssigkeiten zwischen rotierenden Zylindern, sondern auch anderer Strömungsformen (z.B. oszillierende Körper, Flüsse in Rohren) und untersuchte den Übergang zur Turbulenz und den Einfluss von Wandreibung. Er ist auch für eine nach ihm benannte Korrektionsmethode für Endeffekte in Kapillarströmungen bekannt (1890).
Er beschäftigte sich auch mit der Osmose in Batterien und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in der Zeitschrift La Science Catholique. Er war Mitglied der französischen physikalischen Gesellschaft.
Ein seit 1993 bestehender Preis der französischen rheologischen Gesellschaft (GFR) wird nach ihm benannt.
Er war seit 1886 verheiratet und hatte acht Kinder, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichten.
Biographie, englisch, von Jean-Michel Piau und Monique Piau, pdf Datei, mit der Abbildung seines Apparats, der an der Katholischen Universität in Angers erhalten ist.