Jessica Kürten

Jessica Kürten (* 24. November 1969 in Cullybackey, County Antrim, Nordirland) ist eine ehemalige Springreiterin, die international erfolgreich für Irland im Sport aktiv war. Sie besitzt – als gebürtige Nordirin – sowohl den britischen als irischen Pass. Sie ist mit einem Deutschen verheiratet, im Sport startete sie für Irland.

Jessica Kürten, die als Jessica Chesney geboren wurde, wuchs in einer pferdebegeisterten Familie auf, ihr Vater war Hindernis-Rennreiter und züchtete Pferde. In Irland wurde sie zweimal Meisterin der Pony-Springreiter, auch in der Altersgruppe der Junioren erreichte sie diesen Titel. Sie verfügt über ein Diplom im Bereich der Pferdewirtschaft. Im Jahr 1994 zog sie nach Deutschland, nach Hünxe, um. Hier betreibt sie zusammen mit ihrem Mann die „Chesney-Farm“.
Im Jahr 2008 verzichtete Kürten auf den Start bei den Olympischen Spielen in Hongkong. Ihr Pferd Libertina sollte nach Rücksprache ihrer Mäzenin nach einer anstrengenden Hallensaison eine längere Pause erhalten. Auch ihr anderes Spitzenpferd Quibell kam aus mehreren Gründen für eine Olympiateilnahme nicht in Betracht.
Zum Jahresende 2010 entzog Jessica Kürtens Hauptsponsorin, die ihr über acht Jahre lang Pferde zur Verfügung gestellt hatte, Kürten die Zustimmung, ihre Pferde zu reiten. Die Reiterin und die Pferdeeignerin geben hierzu unterschiedliche Gründe an. Im April 2011 gingen die Pferde nach einem gerichtlichen Vergleich an die Eigentümerin zurück.
Zu Jahresbeginn 2012 zog Kürten nach Ferrières-en-Brie in der Nähe von Paris, Standort des Schloss Ferrières. Hier trainiert sie Édouard de Rothschild, daneben widmet sie sich weiterhin ihren Pferden. Am März 2012 arbeitet sie hier mit der irischen Dressurreiterin Judy Reynolds zusammen.
Im Frühjahr 2014 orientierte sich Kürten neu: zusammen mit ihrem Mann zog sie nach Mauren in Liechtenstein. Hier übernahm sie den Beritt der Pferde von Paul Bücheler, der seine Pferde zuvor Beat Mändli zur Verfügung gestellt hatte. Jessica Kürten beendete die Zusammenarbeit mit Bücheler jedoch bereits wieder im August 2014. In Folge ritt Kürten Hengste des niederländischen VDL Stud. Mit dem CSI Zürich 2015 beendete sie vorerst ihre aktive Reitsportlaufbahn. Sie ist nun als Trainerin für andere Springreiter tätig.
Im Jahr 2006 befand sich Jessica Kürten mehrere Monate auf Rang zwei der Springreiter-Weltrangliste der FEI. Im Dezember 2010 befand sie sich auf Rang 14 der Weltrangliste. Durch den Verlust vieler ihrer bisherigen Turnierpferde rutschte sie bis November 2011 auf Rang 75 der Weltrangliste ab.
Im Jahr 1994 erreichte sie mit dem Pferd Diamond Exchange den zehnten Platz in der Einzelwertung der Weltmeisterschaft der Springreiter (Weltreiterspiele in Den Haag), mit der Mannschaft wurde sie Neunte. Zwei Jahre später wurde sie mit demselben Pferd 26. in der Einzelwertung der Olympischen Spiele in Atlanta, mit der Mannschaft erreichte sie den achten Rang. 1999 erreichte sie mit Paavo N bei den Europameisterschaften in Hickstead den 19. Platz im Einzel und den siebten Platz mit der Mannschaft. 2001 konnte sie mit der irischen Mannschaft den Sieg der Mannschaftswertung der Europameisterschaft in Arnheim feiern, in der Einzelwertung erreichte sie mit Bonita den 13. Platz.

(Stand: 15. Dezember 2014)

Während der Europameisterschaft 2007 wurde bekannt, dass die A-Probe des von Jessica Kürten beim Nationenpreisturnier in La Baule eingesetzten Pferdes Maike auf die im Pferdesport weitgehend unbekannte Substanz Etoricoxib positiv getestet wurde. Da es sich um eine minder schwere Substanz handelte, hätte das Verfahren gegen 500 Franken Bußgeld und Rückzahlung des Preisgeldes eingestellt werden können. Da sie aber von ihrer Unschuld überzeugt war, lehnt sie dies ab. Anfang Oktober 2007 wurde sie darüber informiert, dass auch die B-Probe positiv sei. Im folgenden Verfahren wurde von Kürtens Anwalt die Einstellung des Verfahrens aufgrund von Verstößen gegen die Bestimmungen der WADA (der von ihr benannte Zeuge durfte nicht der eigentlichen Analyse der B-Probe beiwohnen) gefordert. Außerdem stellte sich heraus, dass das Doping-Labor ohne Wissen der Beklagten neben der (positiven) Urinprobe auch die Blutprobe analysiert hatte, diese Probe war jedoch negativ.
Die FEI wies jedoch alle Anträge Kürtens ab und verurteilte sie im Mai 2008 aufgrund einer unerlaubten Medikation der niedrigsten Stufe A zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Schweizer Franken sowie einer zweimonatigen Startsperre. Nachdem der Internationale Sportgerichtshof (CAS) im Juni 2008 einen Aufschub der Strafe zunächst ablehnte, entschied er jedoch mit Entscheid vom 10. Juli 2008, die Sperre vorläufig bis zum Anhörungstermin aufzuheben. Mitte Dezember 2008 wurde der Einspruch durch den CAS endgültig abgewiesen, so dass noch eine Reststrafe von 21 Tagen blieb.
Zu dieser Zeit des Bekanntwerdens der positiven Proben befand sich Kürten im Clinch mit dem irischen Reiterverband. Bereits kurz zuvor hatte sie sich geweigert, ihr Pferd in die Nachbar-Stallbox der Pferde des irischen Reiters Cian O’Connor, der wegen Dopings seine Einzel-Goldmedaille der Olympischen Spiele 2004 verlor, zu stellen. Ein Jahr zuvor hatte sie es abgelehnt, mit O’Connor in einer Mannschaft zu starten. 2006 verzichtete sie daher auch auf einen Start bei den Weltreiterspielen in Aachen.

Wilhelm Weiße

Johann Wilhelm Weiße (* 25. August 1846 in Kamenz; † 9. Juli 1916 ebenda) war ein deutscher Landschaftsarchitekt und Koniferenzüchter.
Wilhelm Weiße, der Sohn von Ferdinand Wilhelm Weiße (1812–1898), gründete 1872 in Kamenz eine Gärtnerei und spezialisierte sich insbesondere auf die Zucht von Koniferen. Besonders bekannt wurde er durch die Einfuhr von Blaufichten und die Züchtung schöner Farbvarianten. Seine Baumschule an der heutigen Poststraße nutzte er nicht nur als Ausleseort und Musterschau, sondern auch zu forstwissenschaftlichen Beobachtungen. Später erweiterte er seine Baumschulen um den heutigen Volkspark und um Bereiche am Kamenzer Hutberg. Auf dem Hutberg errichtete er 1893 außerdem eine Versuchsstation für Forstbotanik, die den ersten „blauen Wald“ Deutschlands enthielt. Weiße erhielt für seine Arbeiten internationale Auszeichnungen und wurde zum Königlichen Hoflieferanten ernannt. In einem Bericht über die im Mai 1899 in St. Petersburg veranstaltete Internationale Gartenbau-Ausstellung wird berichtet:
Für klimatisch so ungünstige Lagen, wie den Norden, die nächste Umgebung Petersburgs, werden freilich so abgehärtete Pflanzen, wie die Coniferen von Rathke & Sohn – Praust, sowie diejenigen von Weisse – Camenz den sonst nach dorthin arbeitenden Lieferanten den Rang ablaufen.
Für sein in St. Petersburg vorgestelltes Pinus-, Picea- und Abies-Sortiment aus 25 in Russland im Freien überwinternden Bäumen bekam Weiße die Mittlere Goldmedaille zuerkannt.
Durch sein Wirken als Landschaftsarchitekt wurde Kamenz zur Stadt der Parks und Grünanlagen. Weiße wurde 1903 zum Ehrenbürger ernannt. Sein Werk wurde seit 1912 durch Ernst Hilscher (1879–1949) fortgesetzt. Im Jahre 1916 starb Wilhelm Weiße an einem Schlaganfall. Heute erinnert auch die Wilhelm-Weiße-Straße an den weit über die Grenzen Sachsens bekannten Kamenzer.