Iambulos

Iambulos (griechisch Ἰάμβουλος Iámbulos, deutsch auch Iambul) war ein antiker Schriftsteller. Er lebte vermutlich im 3. Jahrhundert v. Chr.

Iambulos verfasste ein möglicherweise autobiographisches Werk, das literarisch als utopischer Reiseroman eingeordnet werden kann. Zu seiner Person ist nahezu nichts bekannt. Falls das Werk autobiographisch ist, war er Händler. Vielleicht war er ein Araber aus dem Stamm der Nabatäer. Sein Werk wurde nicht überliefert und ist nur als Fragment bei Diodor erhalten.

Iambulos berichtet, er sei als Händler im südlichen Arabien von Äthiopiern gefangen genommen worden. Man habe ihn dann als eine Art Sühneopfer in einem Schiff aufs Meer hinausgeschickt. Er gelangte – auf dem Indischen Ozean Richtung Osten segelnd – zu einer unbekannten Insel. Im gängigen Schema der griechischen Utopie wird die Insel als klimatisch ideal und äußerst fruchtbar beschrieben. Die Bewohner der Insel hätten (wortwörtlich) eine gespaltene Zunge, so dass sie zwei Gespräche gleichzeitig führen könnten. Nach sieben Jahren auf dieser Insel wird Iambulos wegen eines nicht näher genannten Delikts verbannt, und gelangt schließlich über Indien und Persien nach Griechenland zurück.

Aufgrund dieser ungefähren geografischen Angabe wird Iambulos’ Insel von einigen Autoren mit dem heutigen Sri Lanka identifiziert, wobei ein Großteil der Beschreibung reine Fiktion ist.

Lukian von Samosata erwähnte ihn in der Einleitung zu seinem Reiseroman Wahre Geschichten, einer Parodie auf unglaubwürdige Reiseberichte, als typischen Autor erfundener Schilderungen über fremde Länder.

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