Édouard Phillips

Édouard Phillips (* 21. Mai 1821 in Paris; † 14. Dezember 1889 in Narmont) war ein französischer Mathematiker, Statiker und Bergbauingenieur.

Édouard Phillips wurde 1821 als Sohn eines Engländers und einer Französin geboren. Die französische Staatsbürgerschaft nahm er erst während seiner Studienzeit an der École polytechnique an. Nach seinem Studium war er als Mathematiker unter anderem in Bergbau- und Eisenbahngesellschaften angestellt. Anschließend unterrichtete er von 1864 bis 1875 an der École Centrale und teilweise überlappend von 1866 bis 1879 an der École Polytechnique, wo er die Bour-Professur für Mechanik bekleidete. Die Académie des Sciences erwählte ihn im dritten Anlauf 1868 zum Mitglied, als Nachfolger von Léon Foucault. Die französische Regierung ernannte ihn 1882 zum Bergwerks-Generalinspektor.
Phillips verwendete als Erster die zentrifugale Beschleunigung von verkleinerten Architekturmodellen zur Untersuchung von Belastungsschäden.
Er publizierte ab 1845 bis zu seinem Tod mehrere Schriften. Die beiden Schriften von 1869 wurden in seinem Nekrolog als sein Hauptwerk bezeichnet. In der ersten Veröffentlichung von 1869 behandelte er quasi-statische Probleme, zeigte die Grenzen der damaligen Berechnungsmöglichkeiten auf und schlug daraufhin die Verwendung von Modellen vor. Die zweite Schrift beinhaltete eine Erweiterung seiner Berechnungen auf dynamische Effekte. Seine Beobachtung, dass im Zentrifugalmodell das Inertial Time Scaling dem Centrifugal Time Scaling gleicht, hat bis heute Gültigkeit.
Darüber hinaus veröffentlichte Phillips auch Schriften über die Spiralfeder und zur Reglage von Uhren. Ein Typ aufgehobener äußerer Endkurven von Unruhspiralen wird heute als Phillips-Endkurve bezeichnet.

Luigi Cerebotani

Luigi Cerebotani (* 11. Januar 1847 in Lonato; † 19. Oktober 1928 in Verona) war Theologe, Philosoph und Erfinder.
Cerebotani studierte in Rom Theologie, wurde 1869 in Verona zum Priester geweiht und promovierte 1870 zum Doktor der Philosophie und Theologie. 1873 kam er als Sekretär des Kardinals Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst nach München. Ab 1883 lehrte er fünf Jahre als Professor am Priesterseminar in Verona. 1889 kehrte er, inzwischen Prälat geworden, als Apostolischer Delegat (Päpstlicher Gesandter) wieder nach München zurück. München wurde nun seine zweite Heimat. Hier wurde er auch Mitglied des Domkapitels und hatte Zeit, sich wissenschaftlich vor allem der Physik zu widmen. Dabei machte er über 50, zum großen Teil bedeutende und auch patentierte Erfindungen, besonders im Telegraphen- und Telefonwesen (Fernschreiber, Funksprechgerät) und für die Geodäsie.
Seit 1907 war Cerebotani Ehrenmitglied des Akademischen Görresvereins (später KStV Südmark) im KV, in dem er verschiedene Vorträge hielt und dem er bis zu seinem Tode eng verbunden blieb.
Das Hauptwerk von Cerebotani Wissenschaft und Mystik erschien 1922.
1947 wurden im Münchener Stadtteil Hartmannshofen ein Platz und eine Straße nach ihm benannt.

Ashiya (Fukuoka)

Ashiya (jap. 芦屋町, -machi) ist eine Gemeinde im Landkreis Onga in der Präfektur Fukuoka, Japan.
Die Gemeinde Ashiya hat 15.509 Einwohner (Stand: 1. November 2009). Die Fläche beträgt 11,42 km² und die Einwohnerdichte ist etwa 1.358 Personen pro km².
Auf der Fläche von Ashiya liegt ein Militärflugplatz der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte.
Jährlich wird am Strand ein Sandskulpturenfestival veranstaltet.
Kreisfreie Städte (shi): Asakura | Buzen | Chikugo | Chikushino | Dazaifu | Fukuoka (Verwaltungssitz) | Fukutsu | Iizuka | Itoshima | Kama | Kasuga | Kitakyūshū | Koga | Kurume | Miyama | Miyawaka | Munakata | Nakama | Nōgata | Ogōri | Ōkawa | Ōmuta | Ōnojō | Tagawa | Ukiha | Yame | Yanagawa | Yukuhashi
Asakura-gun: Chikuzen | Tōhō | Chikujō-gun: Chikujō | Kōge | Yoshitomi | Chikushi-gun: Nakagawa | Kaho-gun: Keisen | Kasuya-gun: Hisayama | Kasuya | Sasaguri | Shime | Shingū | Sue | Umi | Kurate-gun: Kotake | Kurate | Mii-gun: Tachiarai | Miyako-gun: Kanda | Miyako | Mizuma-gun: Ōki | Onga-gun: Ashiya | Mizumaki | Okagaki | Onga | Tagawa-gun: Aka | Fukuchi | Itoda | Kawara | Kawasaki | Ōtō | Soeda | Yame-gun: Hirokawa

Správa železniční dopravní cesty

Správa železniční dopravní cesty (SŽDC; deutsch: Verwaltung der Eisenbahn-Verkehrswege) ist das staatliche Eisenbahninfrastrukturunternehmen in Tschechien. SŽDC ist als staatliche Organisation („státní organizace“) Betreiber und Eigentümer aller Eisenbahnstrecken in tschechischem Staatsbesitz. Die Gesellschaft entstand am 1. Januar 2003 durch Abspaltung von der staatlichen Eisenbahngesellschaft České dráhy (ČD).
Die Aufgabe der Gesellschaft ist die Sicherstellung von Betrieb, Betriebsführung, Modernisierung und Entwicklung der Eisenbahnverkehrswege.

Grundlage für die Gründung eines eigenen Infrastrukturunternehmens für die staatseigenen Eisenbahnen in Tschechien war das Gesetz Nr. 77/2002 vom 5. Februar 2002. Am 1. Januar 2003 trat es mit der Abspaltung der SŽDC aus den ČD in Kraft. SŽDC verwaltet seitdem mit Ausnahme einiger weniger Nebenstrecken fast das gesamte Schienennetz Tschechiens. Neben SŽDC bestehen in Tschechien nur noch fünf weitere Eisenbahninfrastrukturunternehmen, die Eisenbahnen mit öffentlichem Verkehr betreiben: Jindřichohradecké místní dráhy (79 km), PDV Railway (37 km), SART (22 km), Advanced World Transport (20 km) und KŽC (5 km).
Große Anstrengungen werden von SŽDC unternommen, die aus der k.u.k.-Zeit stammenden, nicht mehr zeitgemäßen Bahnhöfe ohne Bahnsteige an den Hauptstrecken umzubauen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist Bahnhof Děčín an der Hauptstrecke Prag–Dresden (Elbtalbahn). Seit 2008 befindet sich der Prager Hauptbahnhof in einer großen Umbauphase, welche bis 2011 abgeschlossen werden soll.
Aktuell wird das Schienennetz in den vier nationalen multimodalen Korridoren ausgebaut, d.h. parallel zu den anderen Verkehrsträgern Straße und Wasserstraße. Diese waren ebenfalls Teil der Paneuropäischen Verkehrskorridore. Es handelte sich um den Korridor Nr. IV Dresden−Prag−Bratislava/Wien−Budapest−Arad mit dem Zweig Nürnberg−Prag, und den Korridor Nr. VI Gdańsk−Warschau−Katowice−Žilina mit dem Zweig Katowice−Ostrava−Břeclav/Brno. 2004 wurde durch die Entscheidung 884/2004/EG der Aufbau der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-T) auf die neuen EU-Mitgliedstaaten erweitert. Auf dem Gebiet Tschechiens befinden sich zwei TEN-T-Eisenbahnprojekte: Nr. 22 − Eisenbahnachse Athen–Sofia–Budapest–Wien–Prag–Nürnberg/–Dresden mit der Eisenbahnverbindung Břeclav–Prag–Nürnberg und dem Abschnitt Prag–Linz, und Nr. 23 − Eisenbahnachse Danzig–Warschau–Brünn–Bratislava/–Wien mit der Eisenbahnverbindung Katowice–Břeclav.
1. Eisenbahnkorridor
2. Eisenbahnkorridor
3. Eisenbahnkorridor
4. Eisenbahnkorridor
Weitgehend fertiggestellt ist die Schienenverbindung des sogenannten 1. Korridor (Berlin–Dresden–)Děčín–Prag–Brünn−Břeclav (–Wien). Hier wurde eine Streckenhöchstgeschwindigkeit von 160 km/h realisiert. Ein wichtiger Teil des Projektes war die bessere Anbindung des Prager Hauptbahnhofes an die von Norden kommende Strecke. Seit 1999 wurde dafür die viergleisige „Neue Verbindung“ erstellt, die im Dezember 2008 in Betrieb ging. Internationale Züge, die vorher nur am peripher gelegenen Bahnhof Praha-Holešovice hielten, können nun direkt den Hauptbahnhof erreichen. Untersucht jedoch bislang nicht näher geplant wurde ferner eine Neubaustrecke nördlich von Ústí nad Labem, um die nicht weiter ausbaufähige Elbtalbahn zu umgehen.
Von dieser Strecke zweigt die Schienenstrecke des 2. Korridor über Olomouc in Richtung Slowakei und Polen ab. Die Gesamtlänge beträgt 213 km.
Der 3. Korridor führt von der Grenze bei Mosty u Jablunkova über Ostrava nach Prag und von dort über Pilsen nach Cheb. In Deutschland besteht Anschluss an die Bahnstrecke in Richtung Nürnberg hat. Dieser Korridor mit einer Gesamtlänge von 665 km hat östlich Prag den größten Teil seiner Strecke mit den Korridoren 1 und 2 gemeinsam.
Der Ausbau des westlichen Abschnitts Prag – Cheb soll insgesamt 55 Mrd. Kronen (ca. 2,2 Mrd. Euro) kosten. Die gesamte Strecke ist in sieben Baulose eingeteilt. In vier Abschnitten hatten Mai 2009 die Arbeiten bereits begonnen. Der Abschnitt Plzeň-Stříbro ist bereits fertiggestellt. Der Bauarbeiten sollen bis 2016 abgeschlossen werden. Die Fahrzeit zwischen Prag und Cheb würde sich dann von 3,5 Stunden auf 1,5 Stunden verkürzen.
Ein bemerkenswertes Unternehmen ist dabei der Neubau der Strecke Prag – Beroun. Geplanter Baubeginn ist 2012. Die Fernverkehrszüge werden nicht mehr im kurvenreichen Berounkatal fahren, wo ein sinnvoller Ausbau kaum möglich wäre, sondern beide Orte auf einer 27 km langen Neubaustrecke verbinden. Diese verläuft zum größten Teil in Tunnels und ist um die Hälfte kürzer als die bisherige Strecke. Die Höchstgeschwindigkeit im Neubauabschnitt soll bei 270 km/h liegen, während die restlichen Ausbauabschnitte für Streckenhöchstgeschwindigkeiten von 160 km/h umgebaut werden. Diese Strecke ist der erste Bauabschnitt der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke Praha – Plzeň – Bayern. Dazu ist für die Verbindung zwischen München und Prag eine Schnellfahrstrecke mit der Bezeichnung Donau-Moldau-Bahn in Untersuchung.
Der 4. Korridor durchschneidet Tschechien in Nord-Süd-Richtung. Von Děčín verläuft er parallel zum Korridor 1 nach Prag und von dort über České Budějovice (Budweis) zur Grenze bei Summerau, wo man Anschluss nach Linz hat. Dieser ist zurzeit ebenfalls im Bau, vorerst wurde hier jedoch nur der Abschnitt von České Budějovice bis ins österreichische Summerau modernisiert.
Die Strecke Prag–Turnov–Liberec soll zukünftig als Korridor V ebenfalls ausgebaut werden. Vorgesehen ist dort eine teilweise Neutrassierung und der Ausbau für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.
Auch im Regionalverkehr bestehen zurzeit mehrere Projekte zur Modernisierung des Streckennetzes. Geplant ist etwa der Ausbau der Strecke Prag–Kladno zu einer richtigen S-Bahn („Esko“), dabei soll auch der Flughafen Praha-Ruzyně mit angebunden werden.
Bis 2012 soll zwischen Brno und Přerov die erste Strecke für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h (evtl. 230 km/h) entstehen. Weitere Bahnstrecken sind für diese Geschwindigkeitserhöhung in der Diskussion.
Die SŽDC erzielte in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 einen Gewinn von 72 Mio. €.
Für Nahverkehrszüge erhebt die SŽDC auf dem gesamten Streckennetz 0,22 €/km. Ab 1. Juli 2012 soll dieser Betrag auf den Korridorstrecken auf 0,30 €/km angehoben werden.
Nostalgie-, Touristik- und Sonderzüge müssen seit dem 1. Januar 2012 auf dem gesamten Streckennetz 1,74 €/km entrichten.

Sons of Anarchy/Episodenliste

Diese Episodenliste enthält alle Episoden der US-amerikanischen Dramaserie Sons of Anarchy, sortiert nach der US-amerikanischen Erstausstrahlung. Zwischen 2008 und 2014 entstanden in insgesamt sieben Staffeln 92 Episoden mit einer Länge von jeweils etwa 45 Minuten.

Die Erstausstrahlung der ersten Staffel war vom 3. September bis zum 26. November 2008 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender Kabel eins vom 6. November bis zum 18. Dezember 2012.
Die Erstausstrahlung der zweiten Staffel war vom 8. September bis zum 1. Dezember 2009 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender Kabel eins vom 19. März bis zum 30. April 2013.
Die Erstausstrahlung der dritten Staffel war vom 7. September bis 30. November 2010 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender Kabel eins vom 30. April bis 11. Juni 2013.
Die Erstausstrahlung der vierten Staffel war vom 6. September bis zum 6. Dezember 2011 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx vom 23. April bis zum 28. August 2014.
Die Erstausstrahlung der fünften Staffel war vom 11. September bis zum 4. Dezember 2012 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx vom 12. September bis zum 4. Oktober 2014.
Die Erstausstrahlung der sechsten Staffel war vom 10. September bis zum 10. Dezember 2013 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx vom 13. Februar bis zum 1. Mai 2015.
Die Erstausstrahlung der siebten Staffel war vom 9. September bis zum 9. Dezember 2014 auf dem US-amerikanischen Kabelsender FX zu sehen. Die deutschsprachige Erstausstrahlung sendete der deutsche Free-TV-Sender ProSieben Maxx ab dem 23. Dezember 2015.

Synagoge (Brühl)

Die Synagoge in Brühl, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen, wurde 1881/82 erbaut und während der Novemberpogrome zerstört. Sie befand sich in der Friedrichstraße.

Die jüdische Gemeinde Brühl besaß eine Betstube in der Uhlstraße 30/32. Als die Gemeinde größer wurde, plante man ab den 1860er Jahren den Bau einer Synagoge. Das Bauwerk wurde nach den Plänen des Deutzer kommunalen Baumeisters Müller errichtet. Ein Schulzimmer befand sich ebenfalls in dem Gebäude.
Am 10. November 1938 wurde die Synagoge verwüstet und in Brand gesteckt. Ein Privatmann, der das Grundstück 1939 erwarb, ließ umgehend die Reste der Synagoge abtragen.
Die Synagoge war ein eingeschossiger Backsteinbau mit Satteldach, der mit der Giebelseite zur Friedrichstraße hin ausgerichtet war. Das Portal und die Fenster hatten Hufeisenbögen. Der Eingang wurde von zwei mit Kapitellen geschmückten Säulen flankiert. Der Giebel besaß einen zentralen Okulus und ein umlaufender Rundbogenfries umgab das Gebäude. 1908 wurde ein Zwiebelturm aufgesetzt, der von einem Davidstern bekrönt wurde.
Ein Teil der Friedrichstraße heißt heute An der Synagoge. Neben dem Synagogengrundstück wurde am 9. November 1993 eine Gedenkstätte eingeweiht.
50.8315116.90302Koordinaten: 50° 49′ 53″ N, 6° 54′ 11″ O

Lotte Reiniger

Lotte Reiniger (* 2. Juni 1899 in Charlottenburg; † 19. Juni 1981 in Dettenhausen; eigentlich Charlotte Reiniger) war eine deutsche Scherenschneiderin, Silhouetten-Animationsfilmerin und Buchillustratorin.

Charlotte Reiniger wuchs in einem bürgerlichen Milieu in Charlottenburg auf. Die chinesische Kunst des Silhouettenpuppenspiels faszinierte sie. Sie fertigte ihr erstes Puppentheater an, dessen Zuschauer ihre Familie und Freunde waren.
Als sie Teenager war, kam die Liebe zum Film. Anfänglich beeindruckten sie Georges Méliès und dessen Spezialeffekte. Dann entdeckte sie die Filme von Paul Wegener (Schauspieler und Regisseur), der sie anregte, am Deutschen Theater in Berlin bei Max Reinhardt Schauspielunterricht zu nehmen. Paul Wegener brachte sie auch an das Institut für Kulturforschung. Dort lernte sie ihren späteren Mann Carl Koch kennen, den sie am 6. Dezember 1921 heiratete. Mit Das Ornament des verliebten Herzens entstand schon 1919 ihr erstes Filmwerk. Ihre Animation mit Silhouetten fotografierte sie auf einem selbstgebauten Tisch.
Eine Glasplatte wird von unten beleuchtet, darauf werden die aus schwarzer Pappe geschnittenen und beweglichen Figuren gelegt. Eine oberhalb des Tisches angebrachte Kamera fotografiert die Szene. Die frühen Stummfilme verlangten 16 Aufnahmen je Sekunde.
In seinen Film Der verlorene Schatten (1921) baute Paul Wegener Trickfilmteile von Lotte Reiniger ein. Dann kamen Werbefilme für Julius Pinschewer und Märchenverfilmungen wie Aschenputtel (1922) und Der gestiefelte Kater (1934). 1923 begannen Lotte Reiniger, Carl Koch, Walter Ruttmann und Berthold Bartosch mit dem Projekt des ersten abendfüllenden Silhouetten-Animationsfilms Die Abenteuer des Prinzen Achmed, der wohl zu ihren bekanntesten Produktionen gehörte. Finanziell wurden sie großzügig unterstützt von dem jüdischen Bankier Louis Hagen. Nach 300.000 Einzelaufnahmen war der Film 1926 fertiggestellt. Für den nächsten gemeinsamen Film Dr. Doolittle und seine Tiere (1928) arbeiteten als Komponisten Paul Dessau, Kurt Weill und Paul Hindemith mit. Weitere musikalische Filme folgten wie Harlekin (1931), Carmen (1933) und Papageno (1935).
Zu den Bekannten des Ehepaars Reiniger und Koch gehörte auch das Verleger-Ehepaar Else und Günther Wasmuth, welcher auch den Film als Buch herausgab.
In den 1920er-Jahren lernte sie dann auch u. a. László Moholy-Nagy, Karl Schmidt-Rottluff, Carl Zuckmayer, Hans Sahl, Fritz Lang und Georg Wilhelm Pabst kennen. Für letzteren stellte sie Trickfilmsequenzen für den Realfilm Don Quichotte (1933) her.
Des Weiteren war sie Teil der Literaturszene um Bertolt Brecht, der ein Stück Der Kaffeesackschmeißer mit einer Trickszene plante. Bedingt durch die politischen Veränderungen nach 1933 konnte sie nie realisiert werden.
Befreundet mit vielen Juden und aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten heraus, entschlossen sich Carl Koch und Lotte Reiniger mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, Deutschland zu verlassen.
1935 ging es zuerst nach London. Da sie keine Daueraufenthaltsgenehmigungen erhielten, reisten sie 1943 weiter, mit Stationen in Paris und Rom. Auch hier hatten sie engen Kontakt zu anderen Künstlern.
Mehrere Kapitel von Hugh Loftings Doktor Dolittle und seine Tiere entstanden auf der Grundlage von Loftings eigenen Zeichnungen. Lotte Reiniger stand mit dem Autor in Kontakt. Nach den drei Kurzfilmen Die Reise nach Afrika, Dr. Dolittle in Gefahr sowie In der Höhle des Löwen, stand Geldmangel weiteren Arbeiten entgegen.
Igor Fjodorowitsch Strawinski erlaubte Lotte Reiniger ein Stück aus seiner Pulcinella-Suite als musikalischen Hintergrund für einen Silhouettenfilm zu verwenden und Benjamin Britten schrieb sogar für The Tocher (1936) die Filmmusik. Weitere Kontakte ermöglichten Lotte Reiniger und ihrem Mann die Zusammenarbeit mit Jean Renoir an dem Film La Marseillaise (1937) und mit Luchino Visconti.
Nach 1943 mussten sie in Berlin bleiben und überlebten das Ende des Dritten Reiches dort. Doch mit dessen Ende kam erst einmal auch das Ende des Films für Lotte Reiniger.
Von 1945 bis 1948 arbeitete Lotte Reiniger daher für die Berliner Schattenbühne. So entstanden in Zusammenarbeit mit ihrer Freundin Elsbeth Schulz die Märchen Brüderchen und Schwesterchen, Gestiefelter Kater und Dornröschen.
1949 übersiedelte dann das Ehepaar nach London in den Vorort New Barnet. In den folgenden Jahren entstanden Filme für die BBC. Herausragend waren dabei die Verfilmungen von Märchen der Brüder Grimm, Hans Christian Andersen und der Geschichten aus Tausendundeine Nacht in Silhouettentechnik. Für ihren Film Das tapfere Schneiderlein gewann sie auf der Biennale in Venedig 1954 (andere Quellen 1955) den ‚Silbernen Delphin’ (1. Preis für Kurzfilme). Des Weiteren prägte Lotte Reiniger mit ihren Illustrationen zu einer Neuausgabe der Artus-Saga das englische Lesepublikum. Für Theater in Glasgow und Coventry entstanden in der Zeit noch kurze Silhouettenfilme. 1955 gestaltete sie ihren ersten Silhouettenfilm mit farbigem Hintergrund.
1963 endete die Lebens- und Arbeitspartnerschaft von Lotte Reiniger und Carl Koch durch dessen Tod.
Im Jahre 1971 widmete sie ihre Zeit Wolfgang Amadeus Mozart. In einem Zyklus von 140 Scherenschnitten setzte sie Motive und Szene aus Opern wie Così fan tutte, Don Giovanni, Figaros Hochzeit und Die Zauberflöte (1973) um.
Zusammen mit der Urne ihres Mannes wurde sie in Dettenhausen beigesetzt.
An Ehrungen erhielt sie 1972 das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film und 1979 das Große Bundesverdienstkreuz. 2014 wurde sie mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin geehrt. Am 17. November 2014 wurde an ihrem Geburtshaus, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstraße 11, eine Berliner Gedenktafel enthüllt.
Der Nachlass von Lotte Reiniger befindet sich im Tübinger Stadtmuseum, das Teile davon ständig im „Lotte-Reiniger-Museum“ ausstellt. Eine ständige Ausstellung zu Lotte Reinigers Arbeiten befindet sich außerdem im Filmmuseum Düsseldorf.

Madame Butterfly (Erzählung)

Madame Butterfly ist eine Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers John Luther Long.

Als Vorlage für Longs Kurzgeschichte diente eine Erzählung über ein Teehaus-Mädchen namens „Cho-san“, die Sarah Jane Correll während ihres Japanaufenthalts seitens ihres „usual shopkeepers“ in Nagasaki erzählt und ihrem Bruder, dem amerikanischen Anwalt und Schriftsteller John Luther Long zunächst in einem Brief und dann bei Corrells Rückkehr in Philadelphia im Jahre 1897 persönlich mitgeteilt wurde: »While living in Nagasaki, Jennie heard of the event that would later become the story of Madame Butterfly. At the time of her return to Philadelphia in 1897, Jennie talked about it to her brother John Luther Long […] From Japan Jennie sent letters to her brother […]. During her stay at his house, Jennie told John Luther Long the story of the „teahouse-girl“ whom she called Cho-san [sic].«
Long wollte bei seiner literarischen Arbeit mit Hilfe der – seiner Ansicht nach – zuverlässigen Quellen seiner Schwester ein authentisches und überzeugendes Erzählkonstrukt und keine fiktive Komposition schaffen.
Nach der Veröffentlichung von Longs überarbeiteter Fassung gab Correll 1931 einige Lesungen, bei denen sie dieselbe Geschichte vorgetragen haben soll, die sie bereits ihrem Bruder mitgeteilt hatte. Für den Zeitraum zwischen Corrells Rückkehr im Jahre 1897 und ihren Lesungen im Jahre 1931 in Tokio existieren drei Versionen dieser Erzählung, die dort auch veröffentlicht worden sind. Ein Artikel erschien am 13. März 1931 in der japanisch-sprachigen Tageszeitung Jiji Shimpō. In der Japan Times und im Japan Magazine folgten zwei weitere Artikel, wobei letzterer die revidierte Fassung des Artikels vom 15. März 1931 ist, die Sarah Jane Correll persönlich vorgenommen und veröffentlicht hatte. Der folgende Auszug ist die gedruckte Version im Japan Magazine: „»On the hill opposite ours lived a tea-house girl; her name was Cho-san [sic]. Miss Butterfly. She was so sweet and delicate that everyone was in love with her. In time we learned that she had a lover. That was not so strange, for all tea-house girls have lovers, if they can get and hold them. Cho-san’s young man was quite nice, but very temperamental, of moody, lonely disposition. One evening there was quite a sensation when it was learned that poor Cho-san, and her baby, had been deserted. The man had promised to return at a certain time; had even arranged a signal so that Cho-san would know when his ship had come in; but the little girl-wife awaited that signal in vain. Many an hour and many a long night did she peer from her shoji over the lovely harbour, but to no purpose: he never returned.«“
John Luther Long verfasste am 27. August 1903 auf Bitten seines Verlags ein Vorwort, das Informationen zur Genese und Verbreitung der Kurzgeschichte Madame Butterfly sowie deren emotionale Ansprache und Bearbeitung zum einen als Theaterstück durch den amerikanischen Bühnenautor und Regisseur David Belasco und zum anderen als Oper durch den italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini beinhalten sollte. Longs als „Präludium“ bezeichnetes Vorwort fand bei der Leserschaft keinen Anklang und er forderte die Leser auf es zu ignorieren und sich über die Kurzgeschichte eine eigene Meinung zu bilden. Eine Mehrzahl der Leserschaft brachte für die Protagonistin Madame Butterfly tatsächlich Sympathie, ja sogar Mitleid auf. Auf die Frage der Leserschaft, ob der Autor für seine Erzählfigur Cho-Cho-San selbst Gefühle aufbringen könne, antwortete er, dass seine Gefühlsregungen in der chronologischen Abfolge im Vergleich zu den Emotionen der Protagonistin in der Erzählung, entgegengesetzt gewesen wären . Laut Long habe sich aber der emotionale Zustand der Hauptfigur von Leserschaft zu Leserschaft progressiv verstärkt.
Im Hinblick auf die Genese der Kurzgeschichte trifft John Luther Long im Vorwort keinerlei Aussage. Die Entstehung der Erzählung versucht er auf neurologische Vorgänge und religionsphilosophische Thesen zurückzuführen. Zur Stilistik der Kurzgeschichte und Wirkung der Protagonistin nimmt Long Stellung. Zunächst sieht der Autor in Madame Butterfly eine literarische „Wiedergeburt“ der Erzählfigur Cho-Cho-San, die man als humanes Geschöpf mit Fehlern zu akzeptieren hat und nicht als vollkommene Heldenfigur, wie andere Schriftsteller und Leser sie sich gerne vorgestellt hätten. John Luther Long bekennt sich offen zu den seit Beginn existenten „literarischen Fehlern“ in Madame Butterfly.
Der amerikanische Marineoffizier Leutnant Benjamin Franklin Pinkerton wird zusammen mit seinem Kameraden Sayre bei Nagasaki stationiert. Auf dem Deck des Kriegsschiffes diskutieren die Offiziere aus Mangel an sexuellem Vergnügen über die in Japan existierende Institution der „Zeitehe“, die Pinkerton auf Sayres Ratschlag hin bei Ankunft in Anspruch zu nehmen beabsichtigt.
In Nagasaki: Cho-Cho-San, eine Samuraitochter, wird als Kind von ihrer Großmutter an ein Teehaus verkauft, da die Familie durch die Suizidtat des Familienoberhauptes und Samurai-Kriegers, der nach der Niederlage des Satsuma-Aufstands aufgrund des Ehrverlustes hara-wo-kiri begangen hatte, in Armut geraten ist. Durch den Verkauf des Kindes erhofft die Familie ihre finanzielle Misere zu beheben. Das Mädchen muss mit der Anstellung ihre alte Identität ablegen, sie erhält den Rufnamen Madame Butterfly und steht von nun an im Dienste des Teehauses.
In Nagasaki lässt sich Pinkerton mit Hilfe des Nakodo [=jap. Heiratsvermittler] Goro, der Geschäftsverbindungen zu Tee- und Vermittlungshäusern unterhält, an eine potentielle Kandidatin vermitteln. Goro wählt ob Madame Butterflys Schönheit für seinen amerikanischen Klienten aus und trifft die nötigen Vorbereitungsmaßnahmen für die Hochzeit. Zwischen den Parteien Pinkerton und Goro wird nicht nur ein Ehevertrag, sondern auch, durch die Beschaffung der Wohnung, ein unbefristeter Mietvertrag abgeschlossen, der bei einem bloßen Mietverzug zum Monatsende sofort annulliert werden würde. Um seine realen Absichten bezüglich der Institution „Zeitehe“ zu verdecken, gibt Pinkerton Madame Butterfly vor, die Ehe sei nach amerikanischem Recht vollzogen worden und verschweigt ihr die Kündigungsoption jeweils zum Monatsende.
Mit dem Einzug in den gemeinsamen Haushalt beginnen die Maßnahmen des Amerikaners: Madame Butterflys japanische Familie wird ausgeschlossen, indem Schlösser in und an der Wohnung angebracht werden. An die Japanerin werden folgende Forderungen gestellt:
Pinkertons inhumaner Umgang mit seiner Frau veranlasst die japanische Familie schließlich dem Amerikaner einen Besuch abzustatten, um ihn auf seine „Erziehungsmethoden“ aufmerksam zu machen. Die Familie wird bei diesem Besuch seitens des Offiziers mit Alkohol und Tabak mit Erfolg beeinflusst und Butterflys Familienangehörige auf seine Seite gezogen.
In der Hochzeitsnacht zeugt Pinkerton mit seiner „Mietfrau“ ein Kind. Die Ehe hält nur kurz. Bei Pinkertons Abreise in die Vereinigten Staaten gibt der Amerikaner das Versprechen, zurückzukehren „wenn die Rotkehlchen wieder brüten“. Die Japanerin nimmt sein Versprechen ernst, weil sie sich ein zukünftiges Leben mit Pinkerton in Amerika erhofft. Der Offizier hinterlässt bei seiner Abreise Geld, damit die Miete weiterhin bezahlt werden kann, die Scheidung reicht er nicht ein.
Nach Pinkertons Abreise bringt Madame Butterfly einen Sohn zur Welt, der zunächst „Trouble“, aber bei der Rückkehr seines Vaters „Joy“ heißen soll. Es sind inzwischen einige Jahre vergangen und Madame Butterfly und ihr Hausmädchen Suzuki stellen fest, dass das Geld für die Miete nicht mehr ausreicht. Suzuki zweifelt an der Rückkehr Pinkertons, Madame Butterfly hingegen hält an dessen Versprechen fest und schildert dem Hausmädchen ihre Visionen von Pinkertons Rückkehr. Auch der Nakodo, der von der Abreise des Offiziers erfahren hat und diese als Scheidungsabsicht interpretiert, glaubt nicht an Pinkertons Rückkehr. Stattdessen sieht er die Möglichkeit, Madame Butterfly an einen seiner neuen Klienten zu vermitteln: den japanischen Prinzen Yamadori Okyo. Goro stattet daher der Asiatin einen Besuch ab, um einen Termin für eine „Begutachtung“ zu vereinbaren. Bei diesem Besuch, bei dem der Nakodo zum ersten Mal Madame Butterflys Kind sieht, wird die Legitimität der „Zeitehe“ erörtert.
Es kommt zum Treffen zwischen dem Prinzen und Madame Butterfly. Mit Geschenken versucht Yamadori vergebens, die Japanerin, die sich für eine „echte Amerikanerin“ hält, zur Annahme seines Heiratsantrages zu motivieren. Selbst die von ihm unternommene Degradierung des Kindes ändert nichts an ihrer Ablehnung.
Die drei Besuche, die Madame Butterfly im Anschluss dem amerikanischen Konsul Sharpless abstattet (die sogenannten „Konsulatsbesuche“), erfolgen im Kontext der interkulturellen Ehe: mit gezielten Fragen hofft die Protagonistin nämlich, die Zweifel ihrer Landsleute (Suzuki, Goro und Yamadori) beseitigen zu können. Doch aufgrund der Schilderungen schließt der Konsul, dass der Offizier Madame Butterfly für seine egoistischen Absichten benutzt hatte. Sharpless rät Madame Butterfly daher, den Heiratsantrag des Prinzen Yamadori „zu ihrem Gunsten“ anzunehmen. Aber weil der Konsul die Asiatin von Pinkertons Rückkehr bereits in Kenntnis gesetzt hat, sieht sie darin den letzten Funken Hoffnung auf eine Rückkehr und trifft mit dem Hausmädchen Suzuki die erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen. Und tatsächlich kann sie mit dem Fernglas beobachten, wie das Kriegsschiff in den Hafen einläuft; die Ankunft des Offiziers tritt zunächst jedoch nicht ein. Erst durch einen Zufall erblickt Madame Butterfly einige Tage später ihren Mann zusammen mit einer blonden Frau auf einem Passagierdampfer.
Die Japanerin stattet dem Konsul ein letztes Mal einen Besuch ab, um eine Erklärung für diesen Vorfall einzuholen. Im Konsulat überreicht ihr Sharpless in Pinkertons Auftrag einen Geldumschlag mit Grußworten. Der Konsul erinnert sie dabei an ihre einstige Bitte, den sie bei ihrem damaligen Besuch in Gegenwart des Konsuls ursprünglich als Witz formuliert hatte, Pinkerton von ihrer Absicht zu erzählen, dass sie mit dem Kind fortgegangen sei, um den Prinzen Yamadori zu heiraten. Madame Butterflys Bitte gebraucht der amerikanische Konsul Sharpless nun als Notlüge: er gibt vor, er hätte Pinkerton bei seiner Ankunft die Bitte der Japanerin mitgeteilt, worauf der Offizier Japan wutentbrannt verlassen hätte. Um diese Lüge der Asiatin überzeugend zu vermitteln, zeigt Sharpless auf die Unterlagen auf seinem Schreibtisch und versucht Madame Butterfly glaubhaft zu machen, dass diese von ihm verfasst worden seien. Die Protagonistin hat jedoch die Lüge des Konsuls durchschaut.
In diesem Augenblick tritt Pinkertons Frau Adelaide ein, um ihrem Mann ein Telegramm zu schicken; Inhalt des Telegramms: sie hat bereits das Kind zusammen mit dem Hausmädchen Suzuki getroffen, Madame Butterfly jedoch nicht. Sie werde aber am nächsten Tag der Japanerin einen Besuch abstatten. Es kommt zu einer Begegnung zwischen den beiden Frauen, bei der Adelaide (Pinkertons amerikanische Neuvermählte) der Asiatin verzeiht, dass sich die amerikanischen Männer ihres Berufes wegen in sie verlieben. Adelaide tituliert die Japanerin daher als „Spielzeug“.
Madame Butterfly verlässt daraufhin das Konsulat und plant – wie einst ihr Vater – ihren Selbstmord aus Motiv des Ehrverlustes. Am Hals setzt sie den Dolch des einstigen Samuraikriegers an. Suzuki, das Hausmädchen hatte bereits die Selbstmordabsicht ihrer Herrin geahnt und schubst daher das Kind in den Raum. Das Geschrei des Kindes hält die Japanerin schließlich von ihrer Tat ab; die Wunde wird sofort von Suzuki versorgt. Als Adelaide am nächsten Morgen Madame Butterfly einen Besuch abstatten will, findet sie das Haus leer vor.

VLF Brandenburg

Der Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung Brandenburg (VLF Brandenburg) entstand gemäß §26 a ff FlurbG am 11. April 2000 durch den freiwilligen Zusammenschluss von 16 Teilnehmergemeinschaften. Der VLF Brandenburg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Laut §18 FlurbG nimmt die Teilnehmergemeinschaft (TG), zu der die beteiligten Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigten zusammengeschlossen werden, die gemeinschaftlichen Angelegenheiten eines Verfahrens wahr. Dabei hat sie insbesondere die gemeinschaftlichen Anlagen herzustellen und zu unterhalten. Darüber hinaus ist sie für die Leistung und Forderung der im Verfahren festgesetzten Zahlungen verantwortlich. Die Teilnehmergemeinschaft ist somit weitgehend Trägerin des Verfahrens, da sie letztlich alle nicht der Flurbereinigungsbehörde obliegenden Aufgaben zu erfüllen hat.
Damit diese sehr komplexen Aufgaben effizient, schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, sieht § 26 a FlurbG die Bildung von Verbänden der Teilnehmergemeinschaften vor.
Während die Aufgaben der einzelnen Teilnehmergemeinschaften durch ehrenamtlich tätige Vorstandsmitglieder erledigt werden, steht dem Verband fachkundiges Personal zur Verfügung, das die Beschlüsse der einzelnen Teilnehmergemeinschaften vollzieht. Der überwiegende Verwaltungsaufwand, für den die TG zuständig ist, wird auf den Verband übertragen. Der VLF ist als Dachverband immer Dienstleister für seine Mitglieder. Beschlussfassungen der Mitgliedsteilnehmergemeinschaften wie z.B. über den Zeitpunkt und die Höhe der Erhebung von Geldforderungen oder die Vergabe der Bauleistungen bleiben wie bisher in der Verantwortung des TG-Vorstandes. Am ehesten lässt sich das Modell, das dem VLF zugrunde liegt, mit einer Amtsgemeinde vergleichen: die TG-Vorstände sind die jeweiligen Gemeindevertretungen, der VLF die Amtsverwaltung.
Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des VLF Brandenburg. Sie besteht aus den Mitgliedern, d. h. den dem vlf beigetretenen Teilnehmergemeinschaften. Die Mitglieder werden durch ihre Vorstandsvorsitzenden oder im Falle seiner Verhinderung durch seinen Stellvertreter oder, falls auch dieser verhindert ist, durch ein anderes bevollmächtigtes Vorstandsmitglied vertreten.
Die Gemeinschaft der Mitglieder des VLF Brandenburg wird nach außen durch den Vorstand vertreten. Der Vorstand besteht aus der Vorstandsvorsitzenden und den weiteren gewählten Vorstandsmitgliedern. Wählbar ist nur ein Vorstandsmitglied einer Teilnehmergemeinschaft. Der Vorstand besteht aus sechs Mitgliedern, deren sechs Stellvertreter an den Vorstandssitzungen mit beratender Stimme teilnehmen können.
Die Geschäftsstelle wird geleitet vom Geschäftsführer Markus Klaer. Dieser unterstützt den Verbandsvorsitzenden und den Vorstand in ihren Aufgaben. Der Geschäftsführer sorgt für den Vollzug der Beschlüsse der Verbandsorgane. Er erledigt die laufenden Geschäfte in eigener Zuständigkeit. An den Sitzungen der Verbandsorgane nimmt der Geschäftsführer beratend ohne Stimmrecht teil. Der Geschäftsführer ist Dienstvorgesetzter aller Beschäftigten des Verbandes. Der Verband gliedert sich in drei Regionen. Der vlf Brandenburg hat neben der Geschäftsstelle in Potsdam fünf weitere Niederlassungen in Kyritz, Angermünde, Fürstenwalde, Calau und Schlieben.
TG Alt Tucheband, TG Dolgelin, TG Birkholz, TG Beeskow-Ost, TG Friedland, TG Groß Neuendorf/Ortwig, TG Jahnsfelde, TG Reitwein/Rathstock/Podelzig, TG Wriezen-Bad Freienwalde, TG Sachsendorf-Seelow Ost, TG Reichenwalde, TG Östlicher Schwielochsee,
TG Dedelow-Uckerniederung, TG Biesenbrow, TG Brodowin, TG Casekow, TG Damme/Falkenwalde A20, TG Dorfentwicklungsverfahren Falkenwalde, TG Groß Pinnow, TG Hohenselchow, TG Neulewin, TG Randow-Bruch, TG Schönfeld, TG Schönermark, TG Storkow, TG Unteres Odertal, TG Vierraden, TG Passow
TG Baruth, TG Breiter Graben, TG Burg, TG Cottbus-Nord, TG Greifenhain, TG Gräbendorf, TG Görlsdorf, TG Hammergraben, TG Jänschwalde, TG Kasel-Golzig, TG Klein Schluzendorf, TG Kleinleipisch, TG Kostebrau, TG Kölsa, TG Lauchhammer, TG OU Luckau, TG Meuro, TG Oberer Landgraben, TG Priorgraben, TG Seenkette, TG Seese-Ost, TG Seese-West, TG Schlabendorf Süd, TG Schlabendorf / Zinnitz, TG Schraden I, TG Schwarzheide, TG Spreebogen, TG Spreewald I, TG Welzow-Süd, TG Wiederau, TG Willmersdorf / Maust, TG Wittmannsdorf,
TG Bensdorf, TG Bochow, TG Bornim, TG Dahme, TG Dahnsdorf, TG Damsdorf, TG Dippmannsdorf, TG Drewitzer Nuthewiesen, TG Glindow, TG Große Grabenniederung, TG Jerchel, TG Kloster Zinna, TG Krahne, TG Neuholland, TG Riebenersee-Nieplitz Niederung, TG Schmergow, TG Strodehne, TG Tietzow, TG Oehna, TG Warchau/Gollwitz, TG Wusterwitz,
TG Betzin, TG Freyenstein, TG Groß Lüben, TG Halenbeck, TG Kietz, TG Kuhblank, TG Lenzen/Elbtalaue, TG Lentzke, TG Lichtenberg/Karwe, TG Meyenburg, TG Mödlich, TG Pirow, TG Pirow-Land, TG Ribbeck/Zabelsdorf, TG Stüdenitz, TG Tarmow,

The Hakkenden

The Hakkenden (jap. THE八犬伝 dt. „Die Legende der acht Hunde[krieger]“) ist eine OVA-Reihe vom Animationsstudio AIC produziert wurde. The Hakkenden ist aufgeteilt in zwei Serien. Die erste mit 6 Episoden erschien 1990/91 und die zweite The Hakkenden – Shinshō (THE八犬伝~新章~, Shinshō = Neues Kapitel) mit 7 Episoden 1993-95.

The Hakkenden basiert auf dem Epos Nansō Satomi Hakkenden, das Kyokutei Bakin in der ausgehenden Edo-Zeit schuf. Nansō Satomi Hakkenden (南総里見八犬伝) umfasst 106 Bände und gilt als umfangreichstes Werk der klassischen japanischen Literatur.
Der Name Hakkenden bezieht sich auf die Hauptpersonen der Geschichte, die acht Hundekrieger Hakkenshi (八犬士). Die Serie besteht aus drei Hauptteilen: aus dem Prolog, aus der Suche und aus der Auflösung der Geschichte.
Die Handlung spielt zu Beginn der Sengoku-Zeit in Awa, einer kleinen Provinz in der heutigen Präfektur Chiba. Im Kampf gegen einen dämonischen, übermächtigen Feind erhält der Satomi-Klan unerwartete Unterstützung durch einen Hund, der als Lohn die Tochter des Klanoberhaupts zur Gemahlin fordert und auch erhält. Aus der Verbindung gehen die acht Hundekrieger hervor, die noch als Babys nach der Tötung des Hundes voneinander getrennt werden.
Während der Suche erkennen sich die Hundekrieger daran, daß ihre Nachnamen mit inu (Hund) beginnen, an einem Geburtsmal in Form einer Päonie und an einer Perle mit je einem Schriftsymbol der acht fundamentalen konfuzianischen Werte. Der Schlussteil zeigt den abschließenden Kampf der Hundekrieger im Dienst des Satomi-Klans.