Madeleine Berthod

Madeleine Berthod (* 1. Februar 1931 in Château-d’Œx) ist eine ehemalige Schweizer Skirennfahrerin.

Bei der Weltmeisterschaft 1954 in Åre gewann sie die Silbermedaille im Riesenslalom und in der Kombination. Im Jahr 1956 wurde sie bei den Olympischen Spielen Olympiasiegerin in der Abfahrt; dieses Rennen zählte auch als Weltmeisterschaftslauf. In der Kombination

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, für die es keine Olympiamedaillen gab, wurde sie ebenfalls Weltmeisterin. Zwischen 1952 und 1960 gewann Berthod sechs Schweizer Meistertitel. Im selben Zeitraum feierte sie bei den SDS-Rennen in Grindelwald acht Siege. 1955 siegte sie in Abfahrt und Kombination des Harriman Cups.

1948: Hedy Schlunegger | 1952: Trude Jochum-Beiser | 1956: Madeleine Berthod | 1960: Heidi Biebl | 1964: Christl Haas | 1968: Olga Pall | 1972: Marie-Theres Nadig | 1976: Rosi Mittermaier | 1980: Annemarie Moser-Pröll | 1984: Michela Figini | 1988: Marina Kiehl | 1992: Kerrin Lee-Gartner | 1994: Katja Seizinger | 1998: Katja Seizinger | 2002: Carole Montillet | 2006: Michaela Dorfmeister | 2010: Lindsey Vonn | 2014: Tina Maze und Dominique Gisin

1931: Esmé MacKinnon | 1932: Paula Wiesinger | 1933: Inge Wersin-Lantschner | 1934: Anny Rüegg | 1935: Christl Cranz | 1936: Evelyn Pinching | 1937: Christl Cranz | 1938: Lisa Resch | 1939: Christl Cranz | 1948: Hedy Schlunegger | 1950: Trude Jochum-Beiser | 1952: Trude Jochum-Beiser | 1954: Ida Schöpfer | 1956: Madeleine Berthod | 1958: Lucille Wheeler | 1960: Heidi Biebl | 1962: Christl Haas | 1964: Christl Haas | 1966: Marielle Goitschel | 1968: Olga Pall | 1970: Annerösli Zryd | 1972: Marie-Theres Nadig | 1974: Annemarie Moser-Pröll | 1976: Rosi Mittermaier | 1978: Annemarie Moser-Pröll | 1980: Annemarie Moser-Pröll | 1982: Gerry Sorensen | 1985: Michela Figini | 1987: Maria Walliser | 1989: Maria Walliser | 1991: Petra Kronberger | 1993: Kate Pace | 1996: Picabo Street | 1997: Hilary Lindh | 1999: Renate Götschl | 2001: Michaela Dorfmeister | 2003: Mélanie Turgeon | 2005: Janica Kostelić | 2007: Anja Pärson | 2009: Lindsey Vonn | 2011: Elisabeth Görgl | 2013: Marion Rolland | 2015: Tina Maze

1932: Rösli Streiff | 1933: Inge Wersin-Lantschner | 1934: Christl Cranz | 1935: Christl Cranz | 1936: Evelyn Pinching | 1937: Christl Cranz&nbsp

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;| 1938: Christl Cranz | 1939: Christl Cranz | 1948: Trude Jochum-Beiser | 1954: Ida Schöpfer | 1956: Madeleine Berthod | 1958: Frieda Dänzer | 1960: Anne Heggtveit | 1962: Marielle Goitschel | 1964: Marielle Goitschel | 1966: Marielle Goitschel | 1968: Nancy Greene&nbsp

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;| 1970: Michèle Jacot | 1972: Annemarie Moser-Pröll | 1974: Fabienne Serrat | 1976: Rosi Mittermaier | 1978: Annemarie Moser-Pröll | 1980: Hanni Wenzel | 1982: Erika Hess | 1985: Erika Hess | 1987: Erika Hess | 1989: Tamara McKinney | 1991: Chantal Bournissen | 1993: Miriam Vogt | 1996: Pernilla Wiberg | 1997: Renate Götschl | 1999: Pernilla Wiberg | 2001: Martina Ertl | 2003: Janica Kostelić | 2005: Janica Kostelić | 2007: Anja Pärson | 2009: Kathrin Zettel | 2011: Anna Fenninger | 2013: Maria Höfl-Riesch | 2015: Tina Maze

Alban Nikolai Herbst

Alban Nikolai Herbst (Pseudonym für Alexander Michael von Ribbentrop; * 7. Februar 1955 in Bensberg) ist ein deutscher Schriftsteller, Librettist, Kritiker und Regisseur im Bereich der Rundfunk-Hörkunst.

Alexander Michael von Ribbentrop ist ein Nachfahre Friedrich von Ribbentrops aus dem Geschlecht Ribbentrop. Er wuchs als Sohn einer Säuglingsschwester und eines Vertreters in Traunstein, Braunschweig und Bremen auf. Dort absolvierte er eine Lehre zum Rechtsanwalts- und Notarsgehilfen. Nach dem Zivildienst besuchte er in Bremen das Abendgymnasium und nahm nach dem Abitur in Frankfurt am Main das Studium der Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften auf. Unter seinem Pseudonym erschienen ab 1981 seine ersten Werke. Von 1987 bis 1992 war er als angestellter Börsenmakler (Broker) bei der SEC und CFTC mit Series 7 und Series 3 lizenziert und handelte von Frankfurt am Main aus an den US-Börsen. Daneben gab er die literarische Zeitschrift Dschungelblätter heraus. Mit Erscheinen seines 1000-Seiten-Romans Wolpertinger oder Das Blau legte er seine Börsentätigkeit nieder. Seither lebt er als freier Schriftsteller. Seit 1994 wohnt er in Berlin.

Wilhelm Kühlmann bezeichnet Alban Nikolai Herbst als „eine der Führungsfiguren der literarischen Postmoderne“ Ralf Schnell beschreibt Herbsts Poetik als „das Paradoxon einer digitalen Ästhetik in Romanform“ während Heinz-Peter Preußer in dieser Poetik „eine zu sich selbst gekommene Postmoderne“ wähnt. Anfangs hat Herbst Texte in der Tradition des Realismus über den Alltag bundesrepublikanischer Kleinbürger geschrieben und sich seither zum Verfasser von Romanen, Novellen, Theaterstücken und Hörspielen entwickelt, die mit der Beschreibung von apokalyptischen Zuständen und ihrer steten Vermischung von Traum und Realität zu den bemerkenswertesten Beispielen neuerer deutschsprachiger phantastischer Literatur zählen. Gleichzeitig hat sich sein Werk zunehmend der Neuen Medien bemächtigt, die er nachdrücklich poetisiert und direkt zum Medium fiktiver Geschehen macht. Dabei gehen Romanerfindung, tatsächliches Alltagsgeschehen und politische Gegenwartsereignisse ungeschieden ineinander über; Realität und Fiktion werden ununterscheidbar: „Die Grenzen einer solchen Literatur sind durchlässig (…) nicht nur unter sich selbst, sondern nach außen: Für neue Techniken, für andere Künste, für fremde Texte,für die Realität“ Mit dieser bereits in den frühen Romanen und Erzählungen angelegten Entwicklung geht Herbsts Bemächtigung des Internets einher, in das nunmehr Romanfiguren als in Echtzeit handelnde Personen implantiert werden, die als Avatare nicht mehr von tatsächlichen Personen unterschieden werden können: Der Roman geschieht real im Moment seiner Erfindung, Leser erleben ihn als ein tatsächliches Geschehen mit. Deshalb wenden sowohl Schnell als auch Reber den Begriff der Autopoiesis als Kategorie auf Herbsts Poetik an. Reber spricht von einer „Palimpseststruktur“, die mit der rhizomartigen Verwandlung der Bücher ineinander und mit der realen Außenwelt ununterscheidbar einhergeht. Dies lässt sich als Medienkritik lesen, besonders wenn man Herbsts politische Aufsätze seit dem 11. September 2001 ins Auge fasst. Es kann aber auch, wie Schnell meint, der Ausdruck einer radikal-affirmativen poetischen Verfügung über die Neuen Medien sein: „die am weitesten vorangetriebene literarische Ästhetik im Zeitalter der Digitalisierung“.

Herbsts Verfahren der Vermischung von Wirklichkeiten hat sowohl den Vorwurf der Geschichtsklitterung auf sich gezogen, wie auch den der Kolportage. Überhaupt wird Herbsts Arbeit extrem gegensätzlich eingeschätzt: Die Wertungen reichen von „Scharlatan“ über „gigantische Plaudertasche“ bis hin zum „großen deutschen magischen Realisten“. Herbst selbst, der sich seit spätestens 2001 mit dem Aufsatz „Das Flirren im Sprachraum“ auch der theoretischen Poetik zugewandt hat, beschreibt seine Arbeit prinzipiell als dokumentarisch, weshalb ein „tatsächlicher“ Realismus gar nicht möglich sei; dieser sei vielmehr seinerseits schon Ideologie. Aus seinen primären Prosaarbeiten und theoretischen Abhandlungen, die er vor allem in Literaturzeitschriften wie Schreibheft, die horen, Kritische Ausgabe veröffentlicht hat, entwickelte Herbst den Begriff des „Kybernetischen Realismus“, für dessen Grundbewegung er eine „Möglichkeitenpoetik“ reklamiert. Ursula Reber vergleicht Herbsts Poetologie mit den Metamorphosen Ovids, Herbsts jüngste Arbeiten sind antiken Poetiken gewidmet, etwa dem Hexameter, und werden in den durchlaufenden Arbeits- und Überarbeitungsproben auf seinem Weblog „Die Dschungel. Anderswelt“ veröffentlicht.

Herbsts Vermischung von Realität und Fiktionen ist nicht ohne juristische Folgen geblieben. Im Jahr 2003 erwirkte eine ehemalige Freundin Herbsts gegen die Veröffentlichung seines Romans „Meere“ eine einstweilige Verfügung, da sie in dem Werk einen Schlüsselroman sehe, dessen Inhalt eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte darstelle. Der Rechtsfall lief mit leichter Zeitversetzung hinter dem ähnlich gelagerten um Maxim Billers Roman „Esra“ her und führte auch hier erst einmal zu einem Buchverbot. Jedoch anders als im Fall Biller wurde der Prozess um „Meere“ im März 2007 durch eine gerichtliche Einigung erledigt, so dass der gesamte Romantext bereits im April 2007 als Vorabdruck einer leicht geänderten Fassung in der Wiener Literaturzeitung Volltext erschien und damit wieder einsehbar wurde – ein seit Rowohlts Rotationsromanen in solchem Umfang nicht mehr dagewesenes Literaturereignis. Die scheinbare Rückkehr in einen autobiografischen Realismus des Romans „Meere“ stellt sich als ein weiteres kalkuliertes Segment von Herbsts Vermischungsästhetik heraus, das letztlich sogar objektive Gerichtsverfahren zu literarischen Erscheinungen macht.

Neben seiner erzählerischen und theoretischen Arbeit ist Herbst mit Rundfunkarbeiten im Bereich der Hörkunst befasst. Auch hier fällt sein Verfahren auf, subjektive Eindrücke mit objektiver Berichterstattung untrennbar eins werden zu lassen. Dabei gilt sein Interesse sowohl den Phänomenen der großen Städte als auch vor allem anderen Autoren, die er immer wieder als quasi seine Haidnischen Altertümer als literarische Ahnen präsentiert, so zum Beispiel Wolf von Niebelschütz, José Lezama Lima und Louis Aragon oder den anderweitig nicht bekannten, laut Herbst „vergessenen“ Dichter und Komponisten Carl Johannes Verbeen. Reale oder vorgeblich reale Personen werden in den Hörstücken wie literarische Figuren der herbstschen Erfindung vorgestellt, zugleich wird aber ihre reale oder imaginierte Lebensgeschichte minutiös nachgezeichnet und im Fall Verbeens auch die Recherche des Autors durch „O-Ton“-Mitschnitte illustriert. Die Struktur der Hörstücke ähnelt eher musikalischen Kompositionen als Dokumentationen. Diese Eigenart ist auch für die Romane auffällig. Direkt der Musik widmet sich Herbst als Librettist, unter anderem für Caspar Johannes Walter und Robert HP Platz

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. In seinem Musikdenken ist Herbst von Karlheinz Stockhausen beeinflusst. Entsprechend tritt Alban Nikolai Herbst immer wieder als Opern- und Musikkritiker in Erscheinung, sowohl in Zeitungen wie, bis zu seinem Bruch mit ihr im Jahr 2007, auf der Rezensionsplattform Opernnetz.

Eine gute Einführung in das Werk von Alban Nikolai Herbst ist der 2008 von Ralf Schnell herausgegebene Band Nr. 231 „Panoramen der Anderswelt“ der Literatur- und Kunstzeitschrift „die horen“, der sich kritisch vor allem mit Herbsts Anderswelt-Romanen „Thetis. Anderswelt“, „Buenos Aires. Anderswelt“ und „Argo. Anderswelt“ auseinandersetzt, aber auch zu Romanen wie „Meere“ Auskunft gibt. Eine nicht-literaturwissenschaftliche Einführung ist der 2005 erschienene Erzählband „Die Niedertracht der Musik“, der 13 Erzählungen aus den Jahren 1972 bis 2004 enthält, die einen Bogen spannen vom anfänglichen Realismus (die den Band eröffnende Erzählung „Roses Triumph“) bis zum das spätere Werk bestimmenden „Kybernetischen Realismus“.

Seit dem 31. Juli 2015 betreibt Alban Nikolai Herbst auf YouTube einen eigenen Kanal mit dem Titel ANH spricht Tag für Tag. In täglich erscheinenden Video-Beiträgen liest Herbst hier zumeist eigene, gelegentlich auch Texte anderer Autoren.

Seit Frühjahr 2004 führt Herbst mit Redaktionssitz im Hessischen Literaturforum im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main unter dem Titel Die Dschungel. Anderswelt. ein literarisches Weblog. Darin dokumentiert er nicht nur seine aktuelle Arbeit sondern experimentiert auch mit einer Ästhetisierung und literarischen Reflexion von Alltag und schriftstellerischem Arbeitsprozess praktisch sowie in Theoriefragmenten. Dabei wird das Weblog selbst zum fortlaufend weitergeschriebenen Thema ständiger Betrachtung und Reflexion. Herbsts Vermischungsästhetik lässt ihn das literarische Weblog immer wieder selbst einen „Roman“ nennen. Hier findet das ineinanderströmende Beisammen von Realität und Fiktion, (vor)veröffentlichten Erzählungen und Vorträgen sowie aktueller Tagesgeschehen ihren bisher stärksten und nachdrücklichsten Ausdruck, den Herbst in einer darin ständig weitergeführten „Kleinen Theorie des Literarischen Bloggens“ zugleich mitreflektiert. Dazu und gleichzeitig baut Herbst sein literarisches Weblog permanent in ein zunehmend umfassenderes Podium für Literatur-, Kunst- und Musikkritik aus, in das Arbeits- und persönliche Notate, politische Auseinandersetzungen, Kommentare realer und erfundener Leser, Reiseerzählungen sowie neuerdings auch Originalbeiträge anderer Beiträger zusammenfließen, die ihrerseits erfundene Figuren generieren. Wie eng das literarische Weblog an die in Buchform veröffentlichten Romane angelegt ist, zeigt bereits der Zusatz, den Thetis. Anderswelt, Buenos Aires. Anderswelt und das literarische Weblog Die Dschungel. Anderswelt jeweils im Titel tragen: Anderswelt.

Alban Nikolai Herbst gehörte von 1976 bis 1985 dem Verband Deutscher Schriftsteller an; er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Neben weiteren Stipendien erhielt er unter anderem folgende Auszeichnungen: 1981 das Niedersächsische Nachwuchsstipendium für Literatur, 1995 den Grimmelshausen-Preis und den Rom-Preis der Villa Massimo, der in Form eines Jahresaufenthalts als Stipendium vergeben wird, sowie 1999 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. 2000 war er Writer in Residence an der Keio-Universität Tokio. Für 2006 ist er für sein Werk mit einem Jahresaufenthalt in der Villa Concordia (Internationales Künstlerhaus Villa Concordia), Bamberg, ausgezeichnet worden. Nach Louis Begley (2006) wurde er 2007 auf die Poetik-Dozentur der Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg berufen.

François de Coligny-d’Andelot

François de Coligny-d’Andelot (* 18. April 1521; † 27. Mai 1569) war Colonel général der französischen Infanterie und Bruder von Gaspard II. de Coligny.

François diente in den Kriegen Heinrichs II., und wurde 1555 an der Stelle seines Bruders Gaspard Generaloberst der französischen Infanterie. In Saint-Quentin 1557 gemeinsam mit ihm gefangen genommen

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, entfloh er und nahm im folgenden Winter an der Einnahme von Calais und Guines teil.

Auf einer Reise in Deutschland für die Reformation gewonnen, wurde er auf Befehl des Königs verhaftet und saß ein Jahr als Gefangener in Melun. Wieder frei, trat er als Verteidiger seiner Glaubensgenossen auf und nahm aktiv an den Hugenottenkriegen teil. Nachdem er am 2. April 1562 Orléans überrumpelt hatte, warb er in Hessen ein Heer von 3300 Reitern und 4000 Landsknechten an, mit dem er 1562 in der Schlacht von Dreux kämpfte.

Orléans verteidigte er gegen den Herzog François de Lorraine, bis dessen Ermordung der Belagerung ein Ende machte. Nach der Schlacht von Jarnac damit beschäftigt, in Saintonge ein neues Heer zu sammeln, starb er 27. Mai 1569 am Fieber.

Bahnstrecke Ystad–Eslöv

Die Bahnstrecke Ystad–Eslöv war eine normalspurige schwedische Eisenbahnstrecke. Sie wurde von Ystad–Eslövs Järnvägsaktiebolag (YEJ), einer privaten Eisenbahngesellschaft, zwischen Ystad und Eslöv in Skåne erbaut. Der Streckenabschnitt Ystad–Bjärsjölagård wurde am 1. Dezember 1865, die Verlängerung bis Eslöv am 11. Mai 1866 eröffnet.

1845 nahm Graf A. E. von Rosen zu einem Vorschlag der wichtigsten Bahnstrecken, die in Schweden gebaut werden sollten, Stellung. Er schlug eine Hauptstrecke von Stockholm durch die Umgebung der Seen Tisnaren und Eksjö weiter nach Ystad vor. Dies war ein wichtiges Element in der geführten Debatte.

Der schwedische Reichstag beschloss 1854, ein vom Staat zu bezahlendes und zu bauendes Netzwerk von Stammbahnen (schwedisch stambanor) zu errichten. Dabei brachte der damalige Gouverneur von Malmöhus län, S. G. von Troil, einen Antrag für den Bau einer Bahnstrecke zwischen dem Vättern (Jönköping) und Skåne ein. Die Strecke sollte von Norden kommen und durch Skånes Zentrum am Ringsjön führen

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. Von dort sollte eine Reihe von Bahnstrecken zu den wichtigsten Küstenstädten von Skåne, darunter Ystad, gebaut werden. Der Antrag wurde abgelehnt.

Es wurde festgelegt, dass Södra stambanan von Malmö über Eslöv führen soll und weiter nach Norden westlich am Ringsjön vorbei. Eine Reihe von privaten Interessengruppen sammelten Meinungen, um einen Überblick über den Bau einer Strecke zwischen Ystad und einer geeigneten Stelle an der Södra stambana zu bekommen.

Der Kapitän des Väg- och vattenbyggnadskåren N. Fr. Frykholm wurde beauftragt, für eine derartige Strecke einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Eine Reihe von verschiedenen Vorschlägen wurden abgelehnt. Dann präsentierte er einen Vorschlag, der die Ausführung in Normalspur vorsah. Die Kosten wurden einschließlich der Fahrzeuge auf 3,682 Millionen Kronen geschätzt.

Am 4. Juli 1862 wurden alle Zeichnungswilligen für Aktien für ein Unternehmen, das eine Eisenbahn zwischen Eslöv und Ystad bauen würde, zu einer Versammlung eingeladen. Die Initiative ging von Graf Albert Ehrensvärd, Tosterup, Graf A Dela Gardie, Löberöd

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, Bürgermeister S. Trädgårdh und Konsul Carl Gram, Ystad, Konsul R. Lundgren, Stora Herrestad sowie Vizepräsident Ola Svensson, Heinge, aus.

Das Treffen selbst fand am 6. August 1862 statt. In dieser Sitzung wurde ein Interimsvorstand ernannt, bestehend aus den Initiatoren und dem Bürgermeister F. Kraak, Simrishamn, Freiherr J. Stjernblad, Marsvinsholm und Magister W. Widegren, Västerstad. Dieser Vorstand beantragte eine Konzession und kurz danach staatliche Zuschüsse für den Bau.

Am 31. Oktober 1862 wurden die Geschäftsordnung beschlossen und Ystads–Eslövs Järnvägsaktiebolag auf der konstituierenden Hauptversammlung am 29. Juni 1863 gegründet.

Die Konzession wurde am 2. Oktober 1863 erteilt und die beantragten staatlichen Zuschüsse in Höhe von 2.450.000 Kronen wurden durch den Staatssusschuss genehmigt. Die Bedingungen waren gut, weil die ersten drei Jahre zinsfrei waren. Die Anforderungen für die zu bauende Strecke waren, dass die Schienen mindestens ein Gewicht von 24,3 kg pro Meter haben und die Spurweite 1435 mm sein müsste und die maximalen Steigungen nicht mehr als zehn Promille betragen dürften.

Für den Bau wurde Claes Adolf Adelsköld als Chefingenieur und Projektleiter sowie als Personalleiter Freiherr A. G:son Leijonhufvud ernannt. Am 28. November 1863 begannen die Arbeit mit dem ersten Spatenstich durch Adelsköld.

Der Bau ging sehr schnell, einer der Gründe dafür war, dass das Darlehen für die ersten drei Jahre zinsfrei war. Daher wurde schnell mit Einnahmen aus dem Bahnbetrieb gerechnet.

Im Frühjahr 1864 folgte eine neue Kostenschätzung, da es klar wurde, dass einige Verbesserungen beim Standard der Strecke notwendig werden würden. Die zusätzlichen Kosten wurden auf 418.000 Kronen geschätzt. Das Tagewerk der Bahnarbeiter wurde zu diesem Zeitpunkt mit 75 bis 83 Öre im Winter und mit einer Krone und 25 Öre im Sommer entlohnt. Fleißige Arbeiter konnten im Sommer mit einer Krone und 67 Öre rechnen.

Noch vor der Streckeneröffnung kaufte die YEJ zwei Lokomotiven für die Bauzüge. Es wurden unter anderem später weitere Dampflokomotiven beschafft:

Am 1. Dezember 1865 wurde der Streckenabschnitt Ystad–Bjärsjölagård für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Die Strecke Bjärsjölagård–Eslöv folgte am 11. Mai 1866. Die feierliche offizielle Eröffnung der Gesamtstrecke zwischen Ystad und Eslöv fand am 30. April 1866 statt. Die 78 Kilometer lange Normalspurbahn konnte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h befahren werden, die Länge der Ausweich- und Anschlussgleise betrug 8,3 Kilometer. Für den Betrieb standen zwei Tenderlokomotiven und die beiden Schlepptenderlok von Beyer & Peacock zur Verfügung. Für den Personenverkehr waren 16 zweiachsigen Reisezugwagen und für den Fracht- und Güterverkehr 91 zweiachsige Güterwagen gekauft worden.

Nach der 1874 erfolgten Eröffnung der Bahnstrecke Malmö–Ystad durch Malmö–Ystads Järnvägsaktiebolag (MYJ) wurde eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesellschaften vereinbart. Diese Zusammenarbeit bestand darin, dass der Zugverkehr durch einen gemeinsamen Verkehrsleiter geregelt wurde. 1912 wurde die Zusammenarbeit durch die Bildung des Konsortiums Trafikförbundet Ystads Järnvägar formal beschlossen. Obwohl die Zusammenarbeit sehr eng war, blieb YEJ als eigenständige Gesellschaft bestehen. Der erste Verkehrsleiter war der 1832 geborene Carl Victor Waldenström, der das Amt von 1866 bis 1896 innehatte.

1894 vereinbarte Ystad–Gärsnäs järnvägsaktiebolag für ihre Bahnstrecke Köpingebro–Gärsnäs, dass die YEJ Fahrzeuge und Zugpersonal für diese Strecke stellt. Zudem vereinbarte Börringe–Östratorps jernvägsaktiebolag mit der YEJ, dass diese für die 1900/1901 eröffnete Bahnstrecke Börringe–Östratorp Fahrzeuge und Zugpersonal stellt. Zudem vereinbarte Järnvägsaktiebolaget Ystad–Skifarp mit der Bahnstrecke Charlottenlund–Skivarp 1901 die Fahrzeug- und Personalstellung mit der YEJ. Dieser Vertrag wurde am 31. Dezember 1904 beendet, als der Verkehr auf dieser Strecke von Malmö–Ystads Järnvägsaktiebolag übernommen wurde. Letztendlich schloss 1902 Ystad–Gärsnäs–S:t Olofs Järnväg mit der Bahnstrecke Gärsnäs–Sankt Olof eine gleichlautende Vereinbarung, die beim Aufkauf der Gesellschaft durch die YGJ von dieser mit übernommen wurde

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Im Laufe der Jahre wurde bei einer erhöhten Nachfrage nach Wagen mit größerer Tragfähigkeit und dem Wunsch nach kürzere Reisezeiten die Strecke und die Fahrzeuge verbessert. Die eisernen Schienen wurden allmählich durch Stahlschienen mit einem Metergewicht von 34,5 kg ersetzt. So konnte 1901 die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h erhöht werden.

In den späten 1910er Jahren wurden fünf neue Brücken gebaut. Sehr wichtig war die 1919 die über den Nybroån gebaute Flussüberquerung. Sie wurde zweigleisig ausgeführt, je ein Gleis für die YEJ und die GStOJ. Zuvor führten die beiden Strecken östlich des Nybroån zusammen und bildeten eine Strecke nach Köpingebro, was einen Engpass für den Verkehr bedeutete. Mit der neuen Brücke führten beide Strecken parallel über den Fluss.

1923 wurde die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke auf 60 km/h erhöht. 1925 waren 31,9 km Nebengleise vorhanden. Im Laufe der Jahre wurden die Signalanlagen modernisiert sowie die Rangieranlagen erweitert. Die Bahnhöfe und die Wohngebäude wurden verbessert. Als alle Stationen mit entsprechender Sicherheitsausrüstung, der so genannten fullständig säkerhetsanordning ausgestattet waren, wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h festgelegt.

Lokomotiven und Waggons wurden ebenfalls laufend modernisiert. Es kamen neue größere Dampflokomotiven und moderne Drehgestellpersonenwagen zum Einsatz. Der Fahrzeugbestand war groß im Verhältnis zur Länge der YEJ. Dies lag daran, dass YEJ auf den Strecken der YBJ und GStOJ den Verkehr betrieb und Zugpersonal, Lokomotiven und Waggons zur Verfügung stellte.

Die Anzahl der vorhandenen Fahrzeuge änderte sich im Laufe der Jahre:

Die zunehmende Menge an Fahrzeugen stellte erhöhte Anforderungen an die Wartung von Lokomotiven und Waggons. Die beiden ältesten Werkstätten wurden allmählich eng und veraltet. YEJ beschloss daher zusammen mit MYJ, gemeinsam eine neue, zeitgemäße Werkstatt in Ystad zu bauen. Diese wurde zwischen 1912 und 1913 erbaut und diente für die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen im Trafikförbundet Ystads Järnvägar.

Im Rahmen der allgemeinen Eisenbahnverstaatlichung wurden am 1. Juli 1941 alle Bahngesellschaften, die im Konsortium Trafikförbundet Ystads Järnvägar verbunden waren, verstaatlicht.

Nach der Übernahme durch Statens Järnvägar wurden keine wesentlichen Änderungen vorgenommen. Routinemäßig erfolgte die Wartung der Strecke zusammen mit einigen Modernisierung der Sicherheitseinrichtungen und in Wohngebäuden.

1967 beantragte SJ die Schließung der Streckenabschnittes Eslöv–Tomelilla, was abgelehnt wurde. So wurde der Güterverkehr auf dem Streckenabschnitt erst am 1. Juni 1975 eingestellt. Am 30. Mai 1981 folgte die Einstellung des Reisezugverkehrs zwischen Tomelilla und Eslöv. Der formale Einstellungstermin war der 1. April 1983. Bis Ende 1984 wurden mit Ausnahme der letzten zwei Kilometer bei Eslöv, die als Industriegleis für Procordia Foods verwendet werden, die Strecke abgebaut.

Der Streckenabschnitt zwischen Ystad und Tomelilla wird noch von Personen- und Güterzügen befahren und wurde von Banverket in die neue Bahnlinie Österlenbanan integriert. Seit dem 1. Juli 1988 bekam die Strecke den Status einer regionalen Strecke (schwedisch länsjärnväg). Seit 2003 ist die Österlenbana elektrifiziert und wird teilweise vom Regionalsystem Pågatåg bedient.

Improperien

Die Improperien oder Heilandsklagen (von lat. probrum: Vorwurf, Schelte) sind Gesänge in der Liturgie der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche. Sie gehören seit dem frühen Mittelalter zur Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag. Wo in evangelischen, zumeist lutherischen, Kirchen Andachten zur Todesstunde Jesu gehalten werden, können sie gesungen werden.

Die erste abendländische Quelle für die Improperien findet sich im mozarabischen Liber Ordinum aus dem 7. Jahrhundert. Die Inhalte stammen aus dem Alten Testament und wurden Jesus in den Mund gelegt. Sie sind mit syrischen und griechischen Karfreitagsgesängen verwandt.

Ursprünglich wurde die Kreuzverehrung am Karfreitag still vollzogen, doch im fränkischen Raum während des 9. Jahrhunderts wurde das dreimalige Trisagion (Hagios ho Theos) mit den Improperien verbunden und vor der Verehrung des Kreuzes gesungen. Dort bildeten sie auch den liturgischen Rahmen für die folgenden Großen Fürbitten. Diese wurden seit dem 8. Jahrhundert nach dem gleichen Schema vollzogen, nur die Karfreitagsfürbitte für die Juden wurde durch Weglassung des Kniefalls und des gemeinsamen Amens unterschieden.

Die Bezeichnung Improperien findet sich erst im römischen Missale von 1474, da sie nicht zum ursprünglichen gregorianischen Graduale gehören.

Die Improperien sind in die großen und die kleinen Improperien eingeteilt, die während der Kreuzverehrung aneinander anschließen. Zu Beginn stimmt der Priester, der Diakon oder der Kantor das Popule meus an, das ein Klagelied des Erlösers an sein treuloses Volk darstellt.

Die großen Improperien bestehen aus drei jeweils von einem Vorsänger vorgetragenen Versen „Popule meus / Quia eduxi te / Quid ultra debui“, auf die jeweils die responsorische Antwort der Schola „Hagios ho Theos“ folgt. Die Verse des Vorsängers bestehen aus je zwei Teilen. Im ersten Teil werden eine oder mehrere Heilstaten Gottes an seinem Volk benannt (unter anderem die Befreiung aus der ägyptischen Gefangenschaft, woran wiederum direkt in der Osternacht angeknüpft wird); dem wird jeweils eine Schandtat des Gottesvolkes während der Passion gegenübergestellt.

Anschließend werden die kleinen Improperien gesungen, die aus neun von zwei Kantoren gesungenen antithetischen Versen bestehen, wechselnd mit „Ego“ und „Tu“ beginnend, und denen je ein „Popule meus“ der Schola folgt. Die sich daraus ergebende Anklage des Erlösers ist kürzer als in den großen Improperien. Durch die gleich langen Verse und den regelmäßigen Wechsel der Versanfänge von „Ego“ und „Tu“ sind die kleinen Improperien jedoch regelmäßiger gegliedert.

Im Gotteslob (Österreich) steht als Lied 822 eine im Jahr 1817 von Markus Fidelis Jäck übertragene Fassung der Improperien („O du mein Volk, was tat ich Dir?“). Der Charakter des Wechselgesangs wird beibehalten, jedoch vereinfacht, indem nur noch zwischen Schola beziehungsweise und allen anderen Anwesenden unterschieden wird. Dagegen fällt die Einteilung in große und kleine Improperien weg; außerdem wird die textliche Reihenfolge teilweise verändert, und manche Passagen werden auch ganz weggelassen.

I.
Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi.

I.
A: Mein Volk, was habe ich dir getan,
womit nur habe ich dich betrübt?
Antworte mir.

1.
O du mein Volk, was tat ich dir?
Betrübt ich dich?
Antworte mir!

Quia eduxi te de terra Aegypti:
parasti crucem salvatori tuo.

V: Aus der Knechtschaft Ägyptens habe ich dich herausgeführt.
Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

Ägyptens Joch entriss ich dich,
du legst des Kreuzes Joch auf mich.

Hagios o Theos –
Sanctus deus
Hagios Ischyros –
Sanctus fortis
Hagios Athanatos, eleison hymas. –
Sanctus immortalis, miserere nobis.

I. Hagios, ho Theos,
II. Sanctus Deus.
III. Heiliger Gott.
I. Hagios Ischyros.
II. Sanctus Fortis.
III. Heiliger, starker Gott.
I. Hagios Athanatos, eleison hemas.
II. Sanctus Immortalis, miserere nobis.
III. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

Heiliger Gott!
Heiliger starker Gott!
Heiliger Unsterblicher,
erbarm dich unser!

Quia eduxi te per desertum quadraginta annis,
et manna cibavi te,
et introduxi in terram satis optimam:
parasti crucem salvatori tuo.

V: Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste.
Ich habe dich mit Manna gespeist
und dich hineingeführt in das Land der Verheißung.
Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

2.
Ich führte dich durch vierzig Jahr
und reichte dir das Manna dar;
das Land des Segens gab ich dir,
und du gibst mir das Kreuz dafür.

Hagios o Theos …

Hagios, ho Theos, …

Heiliger Gott! …

Quid ultra debui facere tibi, et non feci?
Ego quidem plantavi te vineam meam speciosissimam:
et tu facta es mihi nimis amara:
aceto namque sitim meam potasti:
et lancea perforasti latus salvatori tuo.

V: Was hätte ich dir mehr tun sollen und tat es nicht?
Als meinen erlesenen Weinberg pflanzte ich dich,
du aber brachtest mir bittere Trauben,
du hast mich in meinem Durst mit Essig getränkt
und mit der Lanze deinem Erlöser die Seite durchstoßen.

3.
Was hab ich nicht für dich getan?
Pflanzt dich als meinen Weinberg an,
und du gibst bittern Essig mir,
durchbohrst des Retters Herz dafür.

Hagios o Theos …

Hagios, ho Theos, …

Heiliger Gott! …

II.
Ego propter te flagellavi Aegyptum
cum primogenitis suis:
et tu me flagellatum tradidisti.
Popule meus …

II.
V: Deinetwegen habe ich Ägypten geschlagen
und seine Erstgeburt,
du aber hast mich geschlagen und dem Tod überliefert.
Mein Volk, …

Ego te eduxi de Aegypto,
demerso Pharaone in mare Rubrum:
et tu me tradidisti principibus sacerdotum.
Popule meus …

V: Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt
und den Pharao versinken lassen im Roten Meer,
du aber hast mich den Hohenpriestern überliefert.
Mein Volk …

4.
Ich führte dich durchs Rote Meer,
und du durchbohrst mich mit dem Speer.
Der Heiden Macht entriss ich dich,
du übergabst den Heiden mich.
Heiliger Gott! …

Ego ante te aperui mare:
et tu aperuisti lancea latus meum.
Popule meus …

V: Ich habe vor dir einen Weg durch das Meer gebahnt,
du aber hast mit der Lanze meine Seite geöffnet.
Mein Volk …

Ego ante te praeivi in columna nubis:
et tu me duxisti ad praetorium Pilati.
Popule meus …

V: In einer Wolkensäule bin ich dir vorangezogen,
du aber hast mich vor den Richterstuhl des Pilatus geführt.
Mein Volk …

Ego te pavi manna per desertum:
et tu me cecidisti alapis et flagellis.
Popule meus …

V: Ich habe dich in der Wüste mit Manna gespeist,
du aber hast mich ins Gesicht geschlagen
und mich gegeißelt.
Mein Volk …

5.
Ich nährte in der Wüste dich,
und du, du lässt verschmachten mich;
gab dir den Lebensquell zum Trank,
und du gibst Galle mir zum Dank.
Heiliger Gott! …

Ego te potavi aqua salutis de petra:
et tu me potasti felle et aceto.
Popule meus …

V: Ich habe dir Wasser aus dem Felsen zu trinken gegeben und dich gerettet,
du aber hast mich getränkt mit Galle und Essig.
Mein Volk …

Ego te exaltavi magna virtute:
et tu me suspendisti in patibulo crucis.
Popule meus …

V: Ich habe dich erhöht und ausgestattet mit großer Kraft,
du aber erhöhtest mich am Holz des Kreuzes.
Mein Volk …

7.
Ich gab dir Gnaden ohne Zahl;
du schlägst mich an des Kreuzes Pfahl.
O du mein Volk, …
Heiliger Gott! …

Ego propter te Chananaeorum reges percussi:
et tu percussisti arundine caput meum.
Popule meus …

V: Deinetwegen habe ich die Könige Kanaans geschlagen,
du aber schlugst mir mit einem Rohr auf mein Haupt.
Mein Volk …

6.
Ich schlug den Feind, gab dir sein Land;
und grausam schlägt mich deine Hand.

Ego dedi tibi sceptrum regale:
et tu dedisti capiti meo spineam coronam.
Popule meus …

V: Ich habe dir ein Königszepter in die Hand gegeben,
du aber hast mich gekrönt mit einer Krone von Dornen.
Mein Volk …

6.
Das Königszepter gab ich dir,
du gibst die Dornenkrone mir.
Heiliger Gott! …

Die Orthodoxe Kirchen feiern den Karfreitag nach dem Byzantinischen Ritus, der ebenfalls Klagegesänge und das Trishagion enthält.

Ausgehend von der antijudaistischen Gottesmord-Theorie, bezeichnen einige dieser Klagegesänge die Juden als „Schwarm der Gottesmörder“, „frevelhaftes“, „gottloses und verbrecherisches“, „mit Mord beflecktes“, „neidisches, mörderisches und rachedurstiges Volk“, „verderbliche Bande von Gotteshassern“, „Synagoge von übel handelnden Gottesmördern“, „arrogantes Israel“ und „(zähne)knirschendes, allerbösartigstes Hebräergeschlecht“. Dem werden die Wohltaten Christi an seinem Volk gegenübergestellt. Ein Schuldbekenntnis der christlichen Gemeinde, die sich für Jesu Leiden und Sterben mitverantwortlich erklärt, wird vom Priester allenfalls ergänzt, ist jedoch kein Bestandteil der vorgegebenen Liturgie.

Seit 1977 kam es zu fünf offiziellen Beratungen von Vertretern der orthodoxen Kirche und des Judentums, bei denen letztere um Revision der antijüdischen Gesänge in der Karwochenliturgie baten. Seit Mai 1995 befürwortet Bartholomäus I. – als Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel geistliches Oberhaupt der Orthodoxen Kirche ohne Jurisdiktionsprimat –, die antijüdischen Passagen aus der Karwochenliturgie zu streichen. Einzelne Synoden könnten die Liturgie ändern, verzichten jedoch aus Achtung vor der Tradition darauf, bis ein großes Konzil aller Orthodoxen darüber entschieden hat. Viele orthodoxe Traditionalisten Osteuropas lehnen eine solche Liturgiereform grundsätzlich ab, während westliche Orthodoxe aufgrund stärkerer Kontakte mit Juden offener dafür sind. Sie lassen die antijüdischen Beschimpfungen weg oder deuten sie um: So klagt der französische Katechismus Dieu vivant die christlichen Verbrechen an Juden an und betont den ungekündigten Israelbund Gottes. Auch Christen seien stets gefährdet, durch Verrat an ihren Nächsten wie Judas Verräter und Mörder Christi zu werden.

Neben den einstimmigen gregorianischen Improperien und dem von Federico Mompou (für Baritonsolo, 1964) stammen mehrstimmige Vertonungen von Tomás Luis de Victoria, Giovanni Pierluigi da Palestrina

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, Orlando di Lasso, Giovanni Battista Casali, Pompeo Cannicciari, Giovanni Giorgi, Giovanni Bernardo Zucchinetti, Oreste Ravanello, Karel Goeyvaerts, Franz Xaver Witt, Lajos Bárdos, John Sanders, Thomas Gabriel und Krzysztof Penderecki (als Passacaglia in seiner Lukas-Passion). Ferner gibt es eine orchestrale Fassung von Petr Eben.

Katholische Liturgie

Evangelische Liturgie

Liste der Biografien/Jel

Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z ?

Ja – Jb – Jd – Je – Jh – Ji – Jj – Jn – Jm – Jo – Jr – Js – Jt – Ju – Jv – Jw – Jy

Jea – Jeb – Jec – Jed – Jee – Jef – Jeg&nbsp

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;– Jeh – Jei – Jek – Jel – Jem – Jen – Jeo – Jep – Jeq – Jer – Jes – Jet – Jeu – Jev – Jew – Jex – Jey – Jez

Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z ?

Ja – Jb – Jd – Je – Jh&nbsp

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;– Ji – Jj – Jn – Jm – Jo – Jr – Js – Jt – Ju – Jv – Jw – Jy

Jea – Jeb – Jec – Jed – Jee – Jef – Jeg – Jeh – Jei – Jek – Jel – Jem – Jen – Jeo – Jep – Jeq – Jer – Jes – Jet – Jeu – Jev – Jew – Jex – Jey&nbsp

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;– Jez

Exequaturverfahren

Unter Exequaturverfahren versteht man das Verfahren der Zulassung ausländischer Vollstreckungstitel oder Schiedssprüche zur Zwangsvollstreckung im Inland (Exequatur). Dabei handelt es sich nicht um das Zwangsvollstreckungsverfahren; vielmehr werden in einem gegenständlich beschränkten Erkenntnisverfahren die Voraussetzungen der Anerkennung der Entscheidung und der Verleihung der Vollstreckbarkeit im Inland geprüft. Erst daran schließt sich die Zwangsvollstreckung an. Das Problem stellt sich immer dann, wenn ein Gläubiger im Ausland einen Titel erstritten hat, den er im Inland vollstrecken will. In der Regel ist dies nicht ohne weiteres möglich, vielmehr muss zunächst ein inländisches Gericht feststellen, ob die Voraussetzungen für die Vollstreckbarkeit vorliegen. Zu diesen Voraussetzungen kann etwa die Einhaltung unabdingbarer Verfahrensregeln sowie die Entscheidung durch ein zuständiges Gericht zählen. In Deutschland wird zudem die Verbürgung der Gegenseitigkeit gefordert. (Vgl. ZPO oder Art. 34 EuGVVO).

Mit zunehmenden grenzüberschreitenden Rechtsbeziehungen haben einzelne Länder bilaterale Abkommen oder multilaterale Übereinkommen geschlossen, nach denen die Vollstreckbarkeit von Urteilen erleichtert wurde. Insbesondere das Erfordernis der Gegenseitigkeit ( Abs. 1 Nr. 5 ZPO) wurde durch diese Abkommen in der Regel sichergestellt; daneben enthalten viele dieser Abkommen einen Katalog von internationalen Zuständigkeitstatbeständen, so dass auch das (in Deutschland etwa in Abs.&nbsp

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;1 Nr. 1 ZPO enthaltene) Erfordernis der indirekten Zuständigkeit weitestgehend unproblematisch wurde. In allen diesen Fällen bedarf es jedoch zumindest in Deutschland nach wie vor eines Exequaturverfahrens; kein einziger dieser Staatsverträge verlieh ausländischen Vollstreckungstiteln eo ipso die Vollstreckbarkeitswirkung im Inland. Dies geschah für Deutschland erstmals durch die Verordnung 805/2004.

Für die Europäische Union gelten die Verordnung (EG) Nr. 44/2001 (Verordnung über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen), welche das EuGVÜ (Brüsseler Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen) seit dem 1. März 2002 im Verhältnis zu allen EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme Dänemarks ersetzt sowie die Verordnung (EG) Nr. 2201/2003 (Verordnung über die Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Ehesachen). Mit der Verordnung über Europäische Vollstreckungstitel (EG) Nr. 805/2004, die am 21. Oktober 2005 in Kraft getreten ist, wurde die EU-weite Vollstreckung unbestrittener Forderungen (u.a. Anerkenntnis- und Versäumnisurteile, Vollstreckungsbescheide und bestimmte Unterhaltstitel) noch einmal vereinfacht und das bisherige Vollstreckbarerklärungsverfahren für solche Titel abgeschafft.

Wichtige Änderungen brachte die ab 10. Januar 2015 vollumfänglich in Kraft getretene Verordnung Nr. 1215/2012 vom 12. Dezember 2012 (EuGVVO n.F.). Damit wurde das Exequaturverfahrens abgeschafft: Ab dem 10. Januar 2015 werden Entscheidungen nationaler Gerichte nach Art

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. 39 EuGVVO n.F. in den Mitgliedsstaaten anerkannt und vollstreckt, ohne dass es einer Vollstreckbarerklärung bedarf (grundsätzlich gilt dies auch für öffentliche Urkunden und gerichtliche Vergleiche). Ein ausländischer Titel wird nach dem neuen EuGVVO unter den gleichen Bedingungen vollstreckt, wie ein Titel eines Gerichts des vollstreckenden Mitgliedsstaates.

In Deutschland ist verfahrensmäßig für Vollstreckungstitel aus dem Anwendungsbereich der EuGVVO ein Antrag beim Landgericht, zur Vollstreckbarerklärung von Entscheidungen aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten eine gesonderte Vollstreckungsklage nach ZPO (soweit nicht Staatsverträge Abweichendes festlegen) erforderlich.

In Kalifornien, New York und anderen Staaten der USA sind ausländische Urteile in Zivilsachen prinzipiell auch ohne Verbürgung der Gegenseitigkeit anerkennungsfähig, solange allgemeine rechtsstaatliche Voraussetzungen (z.B. Zustellung an den Beklagten, richterliche Unabhängigkeit) erfüllt sind.

Insbesondere in Bezug auf die Anerkennung und Vollstreckung schweizerischer Urteile ist das Lugano-Übereinkommen (LugÜ) vom 16. September 1988 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (SR 0.275.11) zu beachten.

Winter-Paralympics 2002/Sledge-Eishockey

Bei den VIII. Winter-Paralympics 2002 in Salt Lake City wurde ein Sledge-Eishockey-Turnier für Herren mit sechs teilnehmenden Nationen durchgeführt.

Nachdem Kanada bei der Sledge-Eishockey-WM 2000 bereits den amtierenden Olympiasieger Norwegen vom Thron gestoßen hatte, konnten sich dieses Mal die USA im Finale gegen Norwegen durchsetzen, wobei die US-Amerikaner genauso wie die Schweden im Spiel um Platz 3 das Penalty-Schießen benötigten, um sich die gewünschte Medaille zu erspielen.

Für die USA war dies der größte Erfolg im internationalen Sledge-Eishockey, während die Norweger nach der Goldmedaille 1998 und den zweiten Plätzen bei den Paralympics 1994 und der Weltmeisterschaft 2000 ihre Spitzenposition behaupteten.

Alle Olympiasieger im Eishockey
Antwerpen 1920 (Sommerspiele) | Chamonix 1924 | St. Moritz 1928 | Lake Placid 1932 | Garmisch-Partenkirchen 1936 | St. Moritz 1948 | Oslo 1952 | Cortina d’Ampezzo 1956 | Squaw Valley 1960 | Innsbruck 1964 | Grenoble 1968 | Sapporo 1972 | Innsbruck 1976 | Lake Placid 1980 | Sarajevo 1984 | Calgary 1988 | Albertville 1992 | Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010 | Sotschi 2014&nbsp

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;| Gangneung 2018

Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010 | Sotschi 2014

Örnsköldsvik 1976 | Geilo 1980 | Innsbruck 1984 | Innsbruck 1988 | Albertville 1992 | Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010 | Sotschi 2014 | Pyeongchang 2018 | Peking 2022

Walter Hadye Lini

Walter Hadye Lini (* 1942 auf Pentecost Island

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, Vanuatu; † 21. Februar 1999 in Port Vila, Vanuatu) war ein Politiker und Premierminister von Vanuatu (1980 bis 1991).

Im Juni 1971 gründete er zusammen mit John Bennett Bani und Donald Kalpokas die „New Hebridian Culture Association“, die sich bemühte die traditionellen Lebensgewohnheiten mit westlichen Einflüssen zu verbinden. Diese Vereinigung entwickelte sich rasch zur „New Hebrides National Party“, die später als „Vanua‘aku Pati“ bekannt war.

Unter seiner Führung gewann die Partei mit Mühe 1975 die allgemeinen Wahlen. Die „Vanua‘aku Pati“ boykottierte aber die Wahlen von 1977 aus Protest gegen die Verzögerung der Unabhängigkeitsbemühungen. Die Partei bildete dann jedoch eine „Provisorische Volksregierung“, die weite Teile des Landes kontrollierte. Nach einem Wechsel in der französischen Außenpolitik, die eine Unabhängigkeit zu einem früheren Zeitpunkt in Aussicht stellte, stimmte seine Partei der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit mit seinen frankophonen Gegnern zu.

In den Wahlen vom November 1979 gewann die Partei 62 Prozent der Stimmen und 26 der 39 Sitze in der Repräsentativen Versammlung. Lini selbst wurde am 29. November 1979 Chefminister des melanesischen Archipels mit über 80 Inseln und forderte mit dem Ausruf „Seli Ho“ (Lasst uns gemeinsam rudern) eine baldige Unabhängigkeit.

Als des britisch-französische Kondominium der Neuen Hebriden am 30. Juli 1980 seine Unabhängigkeit erhielt wurde Walter Lini erster Premierminister. Nach ein paar Wochen der Unabhängigkeit keimten sezessionistische Bewegungen auf, die Lini aber erfolgreich mit Hilfe von Truppen aus Papua-Neuguinea abwehren konnte. Lini bekleidete in seiner Regierung von 1980 bis 1983 auch das Amt des Außenministers.

Ende der 1980er Jahre versuchte Präsident Ati George Sokomanu das Parlament aufzulösen um Lini als Premierminister absetzen zu können. Lini gelang es jedoch seine Regierung wieder zu stabilisieren. Allerdings wuchs in den nächsten Jahren die Gegnerschaft zu seiner Politik, so dass er am 6

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. September 1991 als Premierminister zurücktreten musste.

Danach gründete er mit der „National United Party“ (NUP) eine neue Partei und bekleidete anschließend andere Regierungsämter.

Nach dem Wahlsieg von Donald Kalpokas, der ihn bereits 1991 als Premierminister ablöste, war Lini vom 30. März 1998 stellvertretender Premierminister in einer Koalitionsregierung aus Kalpokas „Vanua‘aku Pati“ und Linis „NUP“

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. Ende 1998 trat die NUP aus der Regierung aus und Lini war bis zu seinem Tode Oppositionsführer.

Lini war ein Schwager des heutigen Präsidenten Kalkot Mataskelekele.

Walter Hadye Lini | Donald Kalpokas | Maxime Carlot Korman | Serge Vohor | Maxime Carlot Korman | Serge Vohor | Donald Kalpokas | Barak Sopé | Edward Fanua’ariki | Serge Vohor | Ham Lini | Edward Fanua’ariki | Sato Kilman | Serge Vohor | Sato Kilman | Edward Fanua’ariki | Sato Kilman | Moana Carcasses Kalosil | Joe Natuman | Sato Kilman | Charlot Salwai

Standard Oil Company

Die US-amerikanische Standard Oil Company war bis zu ihrer Zerschlagung das größte Erdölraffinerie-Unternehmen der Welt. Sie wurde von John D. Rockefeller gemeinsam mit einigen Geschäftspartnern (u. a. Henry M. Flagler) gegründet und war die Quelle des legendären Reichtums der Rockefeller-Dynastie. Das Geschäftsgebaren des Unternehmens führte zur ersten Anti-Monopol-Gesetzgebung der USA und schließlich zur Entflechtung des Unternehmens in heute noch bedeutende Ölunternehmen.

1863 gründete Rockefeller zusammen mit einem Partner eine kleine Erdölraffinerie in Cleveland. Das Unternehmen war erfolgreich und wuchs stetig. 1870 reorganisierte Rockefeller das Unternehmen und nannte es Standard Oil Company.

1871 planten einige Raffinerie-Besitzer um Rockefeller die Gründung einer Allianz, um so für ihr Öl Transportrabatte von den Eisenbahnen erhalten zu können. Gleichzeitig sollten die Eisenbahnen davon überzeugt werden, Mitbewerbern, die nicht Teil der Allianz waren, höhere Preise zu berechnen. Die Allianz wurde durch die Übernahme eines existierenden unbekannten Unternehmens mit dem nichtssagenden Namen South Improvement Company (etwa: Entwicklungsgesellschaft für den Süden) gegründet. Rockefeller wurde durch seine Standard Oil Company Hauptanteilseigner der South Improvement Company und somit deren Geschäftsführer.

Die South Improvement Company gab sich gegenüber den Eisenbahngesellschaften als legitime Vertretung der Mehrheit der amerikanischen Ölgesellschaften aus. Tatsächlich vertrat sie nur etwa 10 % der Branche. Doch gelang es, die Eisenbahnen zu überzeugen und somit Transportrabatte für die Allianz und Preiserhöhungen für die Mitbewerber durchzusetzen.

Anfang 1872 wurde das konspirative Vorgehen des Unternehmens bekannt. Als dann versehentlich die neuen Transportpreise frühzeitig veröffentlicht wurden und diese für Nichtmitglieder der Allianz doppelt so hoch waren wie die alten Preise, wehrten sich die anderen Ölgesellschaften. Unter anderem boykottierten die Ölförderer die Standard Oil Company, die daraufhin ihre Raffinerien schloss. Ein Gericht untersagte das Anbieten von Rabatten seitens der Eisenbahngesellschaften. Der amerikanische Kongress verurteilte die Verschwörung.

Rockefeller indes ließ sich davon nicht beirren und forderte nun seinerseits Rabatte, die ihm als einflussreichem Kunden unter strenger Geheimhaltung auch zugestanden wurden. Auch die Ölförderer mussten ihren Lieferboykott rasch aufgeben, da sie auf die Umsätze angewiesen waren. So erhielt Rockefeller seine Rabatte und seine Öllieferungen und ging als Sieger aus der Krise hervor.

Rockefeller gründete Ende 1872 die National Refiners Association (Vereinigung der nationalen Ölraffinerien), deren Vorsitz er übernahm. Etwa 80 % aller amerikanischen Raffinerien waren in der Vereinigung vertreten. Als Gegenmaßnahme gründeten die Ölförderer die Petroleum Producer’s Agency (Vertretung der Erdölproduzenten), die durch Förderbeschränkungen versuchte

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, die Rohölpreise hochzuhalten – ein Verfahren, das noch heute in der OPEC angewendet wird.

Rockefeller spielte zum Schein mit, und seine National Refiners Association stimmte der Förderbeschränkung zu, nur um wenige Monate später der Petroleum Producer’s Agency mit einem Totalboykott zu drohen, da diese angeblich ihre eigene Förderbeschränkung nicht einhielt. Viele kleinere Ölförderer fürchteten den Boykott, da sie hoch verschuldet waren. So brach nur zehn Monate nach ihrer Gründung die Petroleum Producer’s Agency auseinander.

Rockefeller erweiterte seine Macht kontinuierlich. So reiste er von 1875 bis 1878 durch Amerika und überzeugte die Eigentümer der 15 größten Raffinerien, sich Standard Oil anzuschließen

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. Mit kleinen Raffinerien wurde wenig zimperlich umgegangen. Rockefeller setzte sie unter Druck und kaufte sie zu 40 % ihres Verkehrswertes oder weniger auf. Zudem wurde die Betriebsstätte der widerspenstigen Vacuum Oil Company durch eine vorsätzlich herbeigeführte Explosion zerstört. Der Täter gestand später, für die Sabotage bestochen worden zu sein.

Rockefellers Vorgehen blieb nicht unbemerkt. Er und einige seiner Direktoren wurden nach einer juristischen Schlacht 1879 von den Geschworenen eines Gerichts der Verschwörung für schuldig befunden. Durch einen von Rockefeller ausgehandelten Deal entkamen jedoch alle der eigentlichen Verurteilung. Als Teil des Deals musste Rockefeller auf die Sonderpreise beim Eisenbahntransport verzichten, setzte jedoch die Ausbreitung und Monopolisierung ungehindert fort. Mit den bewährten Methoden, die bereits zur Erlangung der Raffinerien eingesetzt wurden, machte sich Standard Oil ab 1879 praktisch alle Pipelines in den USA zu eigen. Anschließend wandte sich Standard Oil dem Händlernetz zu. Es baute ein eigenes Händlernetz und einen Großhandel auf und drängte die existierenden Händlernetze aus dem Markt. Damit hatte es praktisch die gesamte Öl-Verwertungskette unter seiner Kontrolle.

1891 stammten dadurch 90 Prozent der US-Kerosinexporte von Standard Oil Company und das Unternehmen kontrollierte 70 Prozent des Weltmarktes.

Bis 1881 entwickelte sich die Standard Oil zu einem Geflecht von ungefähr 40 Unternehmen. Diese wurden 1882 im Standard Oil Trust vereinigt. 1888 begann ein New Yorker Senator, den Trust zu untersuchen. Hinzu kamen Untersuchungen anderer Stellen, so dass der Druck zu groß wurde und die reale Gefahr der Zwangsauflösung des Trusts durch ein Gericht drohte. Rockefeller kam dem zuvor, indem er die Trust-Anteile in Einzelanteile an den Unternehmen des Trusts umwandelte und so den Trust selber auflöste. Da die Eigentümer der Anteile die Gleichen blieben, blieb auch die Macht des Monopols erhalten.

Der amerikanische Kongress verabschiedete 1890 ein Gesetz, das unter anderem die Verschwörung zur Absicherung von Monopolen und unzulässige Eingriffe in den Handel verbot. Dieser Sherman Antitrust Act führte zu einer weiteren Umorganisation von Standard Oil. Es wurde die Standard Oil Company (New Jersey) Holding gegründet. Mit dieser Umorganisation konnte die Anwendung des Sherman Antitrust Act auf Standard Oil vorläufig verhindert werden.

In den 1880er und 1890er Jahren begann Standard Oil mit dem internationalen Ausbau, indem in der Regel mit bestehenden nationalen Ölhandelsgesellschaften Joint Ventures gegründet wurden. So gründete beispielsweise 1890 Standard Oil zusammen mit den Kaufleuten Franz Ernst Schütte und Wilhelm Anton Riedemann die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft (DAPG). Die DAPG benannte sich 1950 in Deutschland in Esso um (nach den Initialen von S(tandard) O(il)). 1891 erfolgte zusammen mit dem Unternehmen Walter & Co. zu Venedig und der von Karl Wedekind gegründeten Carlo Wedekind & Co. die Gründung der Società Italo-Americana pel Petrolio (SIAP), die später in Esso Italiana umbenannt wurde.

Ab den 1880er Jahren begann man Petroleum für Lampen in China zu verkaufen. Für dort wurde der Markenname Mei Foo gewählt, was grob übersetzt schön und zuverlässig beziehungsweise schönes Vertrauen bedeutet. Das war auch der Name für die von Standard Oil produzierten und sehr billig verkauften Lampen. Nach Marketingaussagen war sie am besten mit Petroleum von Standard Oil zu betreiben, welches man im selben Laden wie die Lampe erhielt. Bis dahin hatten die Bauern Lampen mit Pflanzenöl verwendet.

Die Regierung unter Präsident Theodore Roosevelt ging schließlich als Erste gegen die einflussreiche Monopolstellung von Standard Oil vor. Er hatte in seinem Wahlkampf unter öffentlichem Druck versprochen, gegen Monopole vorzugehen. 1906 eröffnete seine Regierung ein Verfahren gegen Standard Oil wegen des Verstoßes gegen den Sherman Antitrust Act. Dieses Verfahren gilt als ein Meilenstein der amerikanischen Rechtsgeschichte. 1911 befand der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dass Standard Oil gegen den Sherman Antitrust Act verstoßen hatte, und ordnete die Entflechtung des Unternehmens an

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, woraufhin der Aktienkurs deutlich sank. Rockefeller ging davon aus, dass sich der Kurs wieder erholen würde und kaufte die Aktien seines Unternehmens auf. Er verdiente an der nun einsetzenden Hausse nach vorsichtigen Schätzungen 200 Millionen US-Dollar (was 1901 etwa einem heutigen Wert von 5,7 Milliarden US-Dollar entsprach), denn die Erfindung des Automobils und der Erste Weltkrieg ließen den Bedarf an Öl in zuvor unvorstellbare Dimensionen steigen.

Standard Oil wurde in nachstehende 34 Einzelunternehmen aufgeteilt:

Hinweis: Die Pfeile geben an, welche Unternehmen aus Teilen der SO bestehen. Sie bedeuten nicht, dass ein heutiges Unternehmen nur aus dem entsprechenden SO-Teil besteht.

Durch Zukäufe, Umbenennungen, aber auch „Wiedervereinigungen“ sind aus diesen Unternehmen einige der heutigen bekannten Ölunternehmen, wie zum Beispiel ExxonMobil (Esso) und Chevron hervorgegangen. Andere Teile wurden im Laufe der Zeit liquidiert oder gingen in anderen Unternehmen wie BP auf.